Schleswig-Holstein
So viel verdienen die Sparkassenchefs im Norden

Erstmals haben auch die Sparkassen im Norden die Gehälter ihrer Vorstände offengelegt. Bislang war lediglich Nordrhein-Westfalen dazu verpflichtet. Der Spitzenverdiener kommt auf 531.000 Euro.
  • 2

BerlinDie zehn öffentlich-rechtlichen schleswig-holsteinischen Sparkassen haben erstmals die Vergütung ihrer Vorstandsmitglieder und des Verbandschefs offen gelegt. Mit ihren rund 230.000 Euro im Jahr würde die Bundeskanzlerin im Ranking relativ weit hinten landen.
Spitzenverdiener unter den Sparkassen-Managern im hohen Norden ist der Vorstandschef der Förde Sparkasse, Götz Bormann, der auf ein Jahressalär von 531.000 Euro kommt. Das Festgehalt macht dabei eine Summe von 390.000 Euro aus.

Am Ende der Skala rangiert der Vorstandschef der Sparkasse Hohenweststedt, der auf ein Salär von gut 175.000 Euro kommt. Allerdings ist die Liste nicht komplett. Denn eigentlich gibt es 13 Sparkassen in Schleswig-Holstein. Doch drei firmieren in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft, die von dem Transparenzgebot nicht betroffen sind.

Die gesetzlichen Grundlagen für die Veröffentlichung der Gehälter schuf die Küstenkoalition von SPD, Grünen und Südschleswigschem Wählerverband Ende 2014. Damit eiferte sie dem Vorbild Nordrhein-Westfalens nach. „Bei Unternehmen der öffentlichen Hand kommt dem Informationsanspruch der Allgemeinheit ein besonderer Stellenwert zu“, heißt es in dem Gesetz. Die Träger der Sparkassen sollen entsprechend darauf hinwirken.

Das ist passiert. „Wir setzen als erste die gesetzliche Auflage des Landtags um, für mehr Transparenz bei den Gehältern und Versorgungsbezügen unserer Topmanager zu sorgen“, sagte der Sparkassenpräsident des Landes, Reinhard Boll, am Freitag. Boll ist übrigens von der Transparenz nicht ausgenommen. Er verdiente 2015 knapp 360.000 Euro.

Boll bedauerte, dass die Sparkassen als einzige Institutsgruppe des Bankensektors in Schleswig-Holstein die Bezüge offen legen müssen. So sei ein direkter Vergleich mit den übrigen Wettbewerbern nicht möglich.
Gleichzeitig verteidigte Boll das Gehaltsniveau. Die Gesamtvergütungen würden im Mittelfeld vergleichbarer Kreditinstitute in ganz Deutschland liegen. Das hätten Untersuchungen der Kienbaum Unternehmensberatung ergeben. Zudem würden alle Gehälter im Rahmen der Verbandsempfehlungen liegen und „können als branchenüblich und marktgerecht“ bezeichnet werden.

Kommentare zu " Schleswig-Holstein: So viel verdienen die Sparkassenchefs im Norden"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Hervorragend, ging doch schnell - danke

  • Verehrtes HB - prüfen Sie bitte wenigsten die Überschriften auf Rechtschreibung.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%