„Schritt in die Realität“
Privatbanken wollen Einlagensicherung reduzieren

Die Privatbanken planen eine deutliche Reduzierung der Sicherungshöhe ihrer freiwilligen Einlagensicherung: Kunden soll im Fall einer Insolvenz ihres Instituts künftig ein geringerer Betrag ersetzt werden als bisher.
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Frankfurt/BerlinDieser Schritt sei nötig, um den Einlagensicherungsfonds für künftige Aufgaben zu rüsten und Kunden „auch weiterhin glaubhaft den besten Schutz für ihre Spareinlagen zu bieten“, wie der Bundesverband deutscher Banken (BdB) am Donnerstag in Berlin mitteilte.

Die Mindestsicherungsgrenze soll bis 2025 in drei Schritten von derzeit 1,5 Millionen auf dann 437.000 Euro pro Kunde fallen, teilte der BdB mit. „Wir wollen das Haftungsversprechen der privaten Banken realistischer machen“, begründete Hans-Joachim Massenberg von der BdB-Hauptgeschäftsführung den Schritt. „Wir haben auch nach der Reform das weltweit mit Abstand höchste Schutzniveau für Kunden.“

Nach den Plänen des BdB soll die Sicherungsgrenze der Sparbeträge schrittweise von derzeit 30 Prozent auf 8,75 Prozent bis 2025 gesenkt werden. Das heißt, jeder Gläubiger einer Privatbank ist dann maximal mit 8,75 Prozent des maßgeblichen haftenden Eigenkapitals seiner Bank abgesichert. Die höchste garantierte Summe fällt damit von derzeit 1,5 Millionen Euro auf 437.500 Euro.

Bankenverband: Schutz ist nach wie vor ausreichend

Damit liege der Schutz zum Ende der Reform des Fonds aber immer noch mindestens viermal höher als die heute gesetzlich garantierten 100.000 Euro, hieß es. Mit diesem Schutzniveau seien weiterhin auch hohe Einlagen, etwa aus Hausverkäufen oder der Auszahlung einer Lebensversicherung, in der Regel komplett geschützt. Über die Reform soll die Delegiertenversammlung des BdB am 17. Oktober entscheiden, da mehrere Satzungsänderungen nötig sind.

Bankenexperte Wolfgang Gerke begrüßte die geplante Senkung der Garantien. „Das ist absolut sinnvoll“, sagte der Präsident des Bayerischen Finanzzentrums. „Das bisherige Versprechen hätte im Ernstfall ohnehin nur mit Hilfe des Steuerzahlers erfüllt werden können. Deshalb ist das ein Schritt in die Realität.“ Gerke kritisierte allerdings den Zeitpunkt der Ankündigung. „Der ist unglücklich gewählt, denn wir haben im Moment genügend negative Nachrichten im Markt. Das hätte man besser in ruhigeren Zeiten kundgetan.“ Gerke zufolge sind die Spareinlagen auch danach noch sicherer als in den meisten anderen Ländern. „Der Sparer muss sich im Moment keine Sorgen machen“, sagte der Experte.

Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des BdB, Massenberg zeigte sich zuversichtlich, dass das reformierte Einlagensicherungssystem der privaten Banken auch künftig im Vergleich zur Institutssicherung der Sparkassen und Volksbanken wettbewerbsfähig bleibt. Er räumte aber ein, dass es dazu intensive Gespräche unter den BdB-Mitgliedern gegeben habe. Da die Finanzverbünde kein Institut pleite gehen lassen, sind die Einlagen jeweils komplett geschützt. Da könnte es jetzt zu Umschichtungen zugunsten Sparkassen und Genossenschaftsbanken kommen.

Kritisch verfolgt der BdB das aggressive Werben einiger Mitgliedsbanken um Kundeneinlagen - auch mit dem Hinweis auf eine auskömmliche Absicherung der Spareinlagen. Das soll sich ändern. Banken, die über Kundeneinlagen verfügen, die das 20fache ihres haftenden Eigenkapitals übersteigen, sollen auf ihre Beiträge zur Einlagensicherung künftig einen zehnprozentigen Aufschlag zahlen. Auch diese Maßnahme soll von der Delegiertenkonferenz am 17. Oktober abgesegnet werden.

Der Einlagensicherungsfonds schützt Kundenguthaben bei den privaten Banken in Deutschland im Fall einer Insolvenz. Er übernimmt die Einlagenteile des Bankkunden, die über der aktuell gültigen gesetzlichen Grenze von 100.000 Euro liegen. Dieser Betrag wird von der Entschädigungseinrichtung aller deutschen Banken abgedeckt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Bankmitarbeiter:
    Merkt es denn wirklich niemand?
    30% vom haftenden Eigenkapital einer Bank für JEDEN EINZELNEN Gläubiger? Das geht doch gar nicht, so viel Geld gibt es nicht auf der Welt! Bsp: Eine Bank hat ein haftendes Eigenkapital von 1,5 Mrd €. Eine typische Größenordnung für eine größere Bank. 30% davon sind also 500 Mio€. JEDER EINZELNE Kunde der Bank ist dann bis 500Mio€ abgesichert. Genau diese Aussage schickt Euch der Bankenverband kostenfrei auch auf Anfrage zu der Sicherungsgrenze Eurer Bank gerne zu! Wenn die Bank in unserem Beispiel also 1 Mio Kunden hat, dann heißt das, dass die gesamte Summe zur Absicherung der Kunden dieser Bank 500 Mio€ x 1 Mio Kunden, also 500 BILLIONEN Euro beträgt. Soviel Geld gibt es nicht auf der Welt. Wer glaubt die o.g. 500Mio€ wären als ein "Topf" für ALLE Kunden Kunden da, der irrt. Bitte beim Bankenverband anrufen und nachfragen. Fazit: Der Artikel geht am Wesentlichen völlig vorbei, ebnso wie die Äussrung von Herrn Prof. Gerke.

  • @Bastian

    Solange "Juser" seine marxistisch leninistisch Denkweise nicht ablegt, wird das nichts.

  • Der in Ihrem Artikel genannte Höchstbetrag von derzeit 1,5Mio.EUR ist falsch, das es sich hierbei um die Mindestsumme handelt. Darüber hinaus ist der Betrag von 1,5Mio.EUR völlig theoretischer Natur, da das haftende EK eines privaten Kreditinstituts, welches Mitglied im ESF ist, in der Regel deutlich über den hier unterstellten 5 Mio.EUR liegt. Mit Ausnahme von (privaten) Kleinstinstituten dürfte daher die Grenze in der Regel mehr als ausreichend sein.

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