Schuldenabbau: Citigroup will Geschäftseinheiten abstoßen

Schuldenabbau
Citigroup will Geschäftseinheiten abstoßen

Die Großbank will sich von verschiedenen Einheiten trennen, um so ihre Schulden zu verringern. Zur Disposition stehen neben der Private-Equity-Sparte auch das Immobiliengeschäft und die Einheit, die Anlagen in Hedge-Fonds verwaltet, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Mit der geplanten US-Bankenreform hat der Schritt nichts zu tun.
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Bloomberg/asd NEW YORK. Die von der Finanzkrise schwer getroffene Citibank will durch den Verkauf verschiedener Einheiten ihre Schulden verringern. Das ehemals größte Finanzinstitut der Welt steht unter dem Druck der Aufsichtsbehörden und muss knapp ein Drittel des Vermögens von insgesamt 1,86 Bill. Dollar abstoßen. Citigroup musste in der Krise mehrmals durch Finanzspritzen und Garantien der Regierung vor dem Zusammenbruch gerettet werden, hat einen Teil der Hilfen jedoch bereits zurückgezahlt. Die US-Regierung ist mit einem Anteil von 27 Prozent der größte Aktionär der Bank. Citigroup-Chef Vikram Pandit geht davon aus, dass die Regierung ihren Anteil bis 2011 schrittweise verkaufen wird.

Die Private-Equity-Sparte des Instituts hat ein Beteiligungsvolumen von rund zehn Mrd. Dollar, die Immobiliengruppe verwaltet ein Vermögen von 12,5 Mrd. Dollar, und in der Hedge-Fonds-Sparte, Citi Capital Advisors, kümmern sich die Manager um rund 14 Mrd. Dollar. Nicht eingerechnet in die Zahlen seien Beteiligungen, deren Verkauf bereits beschlossen ist, hieß es. Noch Ende 2007 verwaltete allein die Hedge-Fonds-Einheit Vermögenswerte in Höhe von 73 Mrd. Dollar.

Die Entscheidung zum Verkauf sei bereits im vergangenen Jahr gefallen und keine Reaktion auf die Forderung von Präsident Obama, die Größe und riskante Geschäfte von Finanzinstituten einzuschränken, hieß es. Insider berichten, Citigroup sei von Obamas Plänen nicht betroffen, da der Großteil der Gelder in den Gesellschaften von Kunden stamme. Die Bank selbst habe kaum eigenes Kapital investiert. Obama hatte Ende Januar entsprechende Reformen für die Regulierung der Märkte vorgeschlagen, die auf seinen Wirtschaftsberater Paul Volcker zurückgehen. Citigroup selbst wollte sich am Montag nicht zu dem Bericht äußern.

Analysten weisen jedoch darauf hin, dass die Bank ihr Beteiligungsgeschäft in den kommenden Monaten erneut überdenken müsse. Viel hänge davon ab, wie die Finanzreform in den USA am Ende tatsächlich aussehe, sagte Michael Mayo, Analyst bei Calyon Securities. „Es ist noch nichts in Stein gemeißelt.“

Die bisherigen Leiter der Private-Equity-Sparte, Todd Benson und Darren Friedman, führten Gespräche, die Sparte gemeinsam mit neuen Partnern oder weiteren Geldgebern zu übernehmen, hieß es weiter. Benson und Friedman leiten die Gruppe seit Anfang 2009. Citi-Chef Pandit will lediglich ein kleineres Beteiligungsvehikel, Metalmark Capital LLC, behalten. Die Ende 2007 gekaufte Gesellschaft verwaltet 3,8 Mrd. Dollar, die auf mehrere Fonds verteilt sind. Wie aus der Webseite hervorgeht, engagiert sich Metalmark vor allem in Unternehmen aus den Branchen Energie, Gesundheitswesen, Finanzen und Industrie. Auch Citi Venture Capital International, die Sparte der Bank, die auf Beteiligungen in China, Indien, Osteuropa und Lateinamerika ausgerichtet ist, soll nicht verkauft werden.

Citigroup gibt seit dem ersten Quartal 2008 die Geschäftsergebnisse ihrer Beteiligungsgesellschaften nicht mehr separat an. Damals wiesen die Sparten einen Verlust von 509 Mio. Dollar aus.

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