Schuldenkrise
Europas Kreditinstitute blicken in den Abgrund

Für die Banken wird es eng. Viele Anzeichen deuten auf eine neue Finanzkrise hin, die durch die hohe Verschuldung ausgelöst wird.

Viele Kreditinstitute melden schwache Ergebnisse. Gestern war die französische Société Générale an der Reihe, tags zuvor hatte die britische Barclays aufgeschreckt, zu Beginn der Woche HSBC. Wir sehen die Vorboten einer neuen Bankenkrise: Erinnerungen an die letzten Monate vor Beginn der Finanzkrise 2008 werden wach.

Heute wie damals breitet sich die Verunsicherung schnell aus. Nur sind diesmal keine drittklassigen US-Immobilien der Sprengsatz, der die Finanzwelt gefährdet. Die Folgen der hohen Staatsverschuldung in den USA und in Europa in Verbindung mit Schwächezeichen der Konjunktur sind die Probleme.

Derzeit versuchen die USA genauso wie die europäischen Problemstaaten wie Griechenland, der Schuldenkrise Herr zu werden, steigern aber unmittelbar ihre Verschuldung weiter. Die Politiker der USA denken und handeln noch zu kurzfristig. Hier geht es nicht um die nächste Wahl. Hier geht es um das Überleben der Weltwirtschaft. Nur ein Schuldenabbau durch höhere Steuereinnahmen bei gleichzeitig reduzierten Ausgaben bringt Erleichterung.

Angesichts des Politikversagens bestimmt Irrationalität die Märkte. Schwache Konjunkturdaten aus den USA wirken sich auf Italien und die Risikoprämien italienischer Anleihen aus, obwohl das eine mit dem anderen realwirtschaftlich fast nichts zu tun hat. Die Märkte spielen verrückt.

In Europa belasten gleichzeitig Abschreibungen auf griechische Anleihen die Kreditinstitute. Dabei haben die Banken noch Glück, dass es nicht zu einer Pleite der Hellenen gekommen ist und die Euro-Staaten einen Rettungsschirm spannen. Ansonsten wäre die Belastung weit höher gewesen.

Doch der Rettungsschirm würde schon bald nicht mehr ausreichen, falls Italien und Spanien stärker unter Druck gerieten und sich auch nicht mehr am Kapitalmarkt refinanzieren könnten.

Es gibt nicht nur diese Großrisiken. Alle Banken schmerzt der schlaffe Wertpapierhandel im zweiten Quartal dieses Jahres, auch die Deutsche Bank, die hier zu den größten Spielern weltweit gehört. Die Geldmaschine, die vielen Banken nach der Krise Rekordgewinne bescherte, ist ins Stottern geraten.

Hohe Kursschwankungen an den Märkten und Unternehmen, die sich trotz voller Kassen bei Übernahmen zurückhalten, tun ein Übriges. Groß- und Kleinanleger legen derzeit kein Geld an. Ihnen allen ist die Zurückhaltung nicht zu verdenken: Die Unsicherheit greift um sich, verstärkt durch die konjunkturellen Schwächesignale, wie sie in den USA zu sehen sind.

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