Schuldenkrise
Griechenland macht Bad Banks zum Milliardenrisiko

Ein Schuldenschnitt für Griechenland hängt wie ein Damoklesschwert über den Bad Banks. Allein die Abwicklungsanstalt der verstaatlichten HRE sitzt auf  Milliarden an Griechenland-Papieren. Neue Ausfälle drohen. 
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DüsseldorfMorgen treffen die Regierungen der Europäischen Union erneut zusammen, um über einen radikalen Schritt zu entscheiden: Sie wollen den Griechen einen Teil ihrer Schulden erlassen – und so dem krisengeschüttelten Land einen Neuanfang ermöglichen.

Experten warnen vor unkalkulierbaren Folgen. Europas Banken sitzen auf erheblichen Beständen von griechischen Anleihen. Ein Schuldenschnitt würde viele Institute hart treffen. Jetzt zeigt sich aber: Vor allem der deutsche Bankenrettungsfonds Soffin, und damit auf lange Sicht der Steuerzahler, müssten mit Einbußen rechnen.

Ein radikaler Schuldenerlass zugunsten Griechenlands würde der Einrichtung zusätzliche Milliardenverluste bescheren. „Käme es zu einem Schuldenschnitt Griechenlands, würde es den Soffin erheblich treffen“, sagte Soffin-Chef Christopher Pleister erst vor wenigen Tagen im Gespräch mit der FAZ. „Wir müssten einen sehr hohen Verlust verbuchen.“

Hintergrund sind große Griechenland-Engagements vor allem der „Bad Bank“ der verstaatlichten Immobilienbank HRE, der FMS Wertmanagement. In der Bilanz des von der Hypo Real Estate abgespaltenen Institutes schlummern noch gewaltige Risiken.

Zum Ende des zweiten Quartals betrugen die stillen Lasten fast 23 Milliarden Euro. Das geht aus dem Halbjahresbericht hervor, den die FMS am Montag ins Internet stellte. Beobachter gehen davon aus, dass die Lasten - also die Differenz zwischen Buch- und Marktwert - seither weiter gestiegen sind, da Italien etwa in den vergangenen Monaten verstärkt in die Krise hineingezogen wurde.

Die FMS hatte bereits wegen der ersten Griechenland-Abschreibungen einen Halbjahresverlust von 690 Millionen Euro ausgewiesen. Sollte es zu einem großen Schuldenschnitt Griechenlands kommen, müsste die FMS Milliarden abschreiben - was zu ebenso hohen Verlusten führen könnte, die der Steuerzahler tragen muss.

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  • Diese "Geschichte" ist der Oberhammer und ich wollte auch schon darüber berichten. In den deutschen Medien ist darüber nichts zu finden, in US Foren aber schon. Die Sache wurde bewußt klein gehalten, das hätte einen Bombeneinschlag weltweit erzeugt.

    Hinzu kam ein "Übersetzungsfehler", der oft passiert, wenn man nicht weiß, daß man kenntlich machen muß, ob US-Billionen oder Deutsche gemeint sind.

    75 Trillionen $ (deutsch Billionen) an Derivaten der Bank of Amerika wurden in USA unter den Einlagensicherungsfonds ohne Genehmigung geschmuggelt.

    Ich könnte, wenn Bedarf ist, das Ganze mal ausführlich in Deutsch aus einem Börsenbrief hier einstellen.
    Die Sache ist ein Horror!

    Vielleicht nimmt sich das Handelsblatt mal der Sache an und recherchiert??

  • Ich bin gerührt, dass man uns vor den Verlusten schützen will, die wir als Steuerzahler bei einer Pleite Griechenlands hätten. Also die 7,3 Milliarden Euro. Das sollte uns doch 200 Milliarden Garantien wert sein!

    Und für die Risiken von Italien (Kreditportfolio 33,9 Milliarden) Spanien (11,3 Milliarden) sollten wir dann nach Adam Riese nochmals 1.800 Milliarden in die Hand nehmen.

    Wie gut, dass wir Politiker mit wirtschaftlichem Sachverstand haben.

  • @Koboldo
    Das ist ja nicht nur lediglich eine Schuldenanhäufung: das wirkt als wenig mehr als ein Paycheck.
    Okay.
    Indes, sich larmoyant über Schuldner zu überheben, das unterschätzt doch Geschäftspartnerschaft.

    sry 4 trollynumber

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