Schuldenkrise
S&P stuft sieben italienische Banken herab

Die Schuldenkrise Italiens hat jetzt auch die Banken des Landes voll erfasst. Gleich sieben italienische Banken sind von der Ratingagentur Standard & Poor's herabgestuft worden.
  • 4

RomIn Italien überschlagen sich die Ereignisse: 24 Stunden nach der Herabstufung der Kreditwürdigkeit Italiens von A+ auf A hat die Ratingagentur S&P jetzt sieben italienische Banken herabgestuft und bei sämtlichen Banken den Outlook auf „negativ“ gesetzt.

Intesa Sanpaolo, nach Unicredit die zweitgrößte italienische Bank , bestätigte am Abend in einer Mitteilung die Herabstufung  von A+ auf A. Im kurzfristigen Bereich sei jedoch das Rating A-1 bestätigt worden. Auch die anderen Institute, darunter Unicredit und Mediobanca, wurden  von A+ auf A herabgestuft.

Die Nachricht aus New York kam in dem Moment an, als am Mittwoch Abend Premierminister Silvio Berlusconi zu einem Vieraugengespräch bei Staatspräsident Giorgio Napolitano war. Die Instabilität der Regierungskoalition und die immer lauteren Rücktrittsforderungen an Berlusconi beunruhigen auch das Staatsoberhaupt. Wie brenzlig die Situation ist, zeigt sich auch daran, dass für Mittwoch Abend um 22.30 Uhr eine Sondersitzung der Koalitionspartner einberufen wurde.

Berlusconi betonte nach dem Treffen mit dem Staatspräsidenten, dass er "niemals" zurücktreten werde. Er habe eine Mehrheit im Parlament. Wenn überhaupt, müsse man ihn dort durch eine Vertrauensabstimmung stürzen. Das berichtete Kultusminister Giancarlo Galan, Parteifreund von Berlusconi, in einem Fernsehinterview. Er habe nach dem Treffen von Berlusconi mit Präsident Napolitano mit ihm telefoniert. Einen offiziellen Kommentar gab es  nicht.

Das Wirtschaftsministerium von Minister Giulio Tremonti schickte zeitgleich ebenfalls eine Mitteilung heraus, nachdem den ganzen Tag über in Rom Gerüchte umgelaufen waren, dass ein zusätzliches Sparpaket notwenig sein würde, um die immense Staatsverschuldung in den Griff zu bekommen. „Das Sparpaket mit dem Volumen von 54 Milliarden Euro ist ausreichend, um 2013 einen ausgeglichenen Staatshaushalt vorzulegen“, heißt es offiziell vom Ministerium.

Für Donnerstag früh wird allerdings eine Senkung der offiziellen Wachstumsprognose der italienischen Regierung erwartet. Der internationale Währungsfonds hatte am Mittwoch seine Prognose für Italien für 2011 von 1,0 auf 0,6 Prozent und für das nächste Jahr  von 1,3, auf 0,3 Prozent  herabgesetzt.

Die Herabstufung der Banken auf das gleiche Niveau wie Italien sei bei den Instituten notwendig geworden, die mindestens 40 Prozent ihres Assets im Heimatmarkt haben, heißt es. Schon am Dienstag hätte S&P von einem „Anpassungs-Mechanismus“ gesprochen.

Regina Krieger
Regina Krieger
Handelsblatt / Korrespondentin

Kommentare zu " Schuldenkrise: S&P stuft sieben italienische Banken herab"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wären diese Banken, wie Lehman Borthers, schon vor einein-
    halb Jahren zur Rechenschaft gezogen worden und pleite ge-
    gangen, hätten sie das Schlimmste schon hinter sich und
    würden jetzt nicht ganz Europa in Mitleidenschaft ziehen.

  • Der Italiener ist doch nicht Blöder als der Deutsche Michel der Zahlt für sie vorne ein und geht Hinten mit dem selben wieder RAUS.
    Wachen Sie auf Hirn einschalten und Deutschland schützen vor Murksel und CO

  • Meine Güte, immer diese Kassandras! Keine einzige Bank aus Italien ist in Turbulenzen, da ändert auch ein Downgrade von Moody's nichts dran. Im übrigen gibt es auch keinen Run, sondern nahezu alle Institute können moderate Zuwächse bei den Kundeneinlagen verzeichnen. Bitte nicht immer unreflektiert Panik verbreiten, sondern ab und zu auch mal die Fakten zur Kenntnis nehmen (auch wenn es schwer fällt).

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%