Schwarze Zahlen: HSH kann Staatshilfe schneller abschütteln

Schwarze Zahlen
HSH kann Staatshilfe schneller abschütteln

Nach zwei Jahren schreibt die HSH Nordbank wieder schwarze Zahlen. Mit dem Plus im Rücken trennt sich das Institut nun von Garantien ihrer Mehrheitseigner - und spart somit auch Gebühren für die staatlichen Hilfen.  
  • 0

München/DüsseldorfDie krisengeschüttelte HSH Nordbank ist nach zwei verlustreichen Jahren 2010 wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Dank des Wirtschaftsaufschwungs und geringerer Vorsorgen für faule Kredite stand unter dem Strich ein Plus von 48 Millionen Euro nach einem Minus von 743 Millionen Euro im Jahr zuvor, wie das Institut am Mittwoch mitteilte. Mit diesem Rückenwind nimmt die Bank nun die Rückzahlung der zehn Milliarden Euro schweren Staatsgarantie der Eigentümer Hamburg und Schleswig-Holstein in Angriff - und zwar stärker als geplant. Insgesamt will die HSH im laufenden Jahr drei Milliarden davon zurückzahlen - eine davon im ersten Quartal.

Das würde die Bank um jährlich 120 Millionen Euro an Gebühren für die staatlichen Hilfen entlasten. Die Liquiditätsgarantien des Soffin, die derzeit noch bei neun Milliarden liegen, sollen 2011 komplett auslaufen. Die Zehn-Milliarden-Euro-Garantie der Länder bezog sich auf ein Bilanzvolumen von 200 Milliarden Euro. Sie wirkt wie ein Rettungsschirm über die Portfolien. Mittlerweile ist das Bilanzvolumen auf 151 Milliarden Euro abgeschmolzen.

Der scheidende HSH-Chef Dirk Jens Nonnenmacher hinterlässt seinem Nachfolger Paul Lerbinger so eine profitable Kernbank. „Wir haben bei der Sanierung der Bank in den vergangenen zwei Jahren konsequent Kurs gehalten“, sagte Nonnemacher, der wegen umstrittener Finanzgeschäfte und einer Spitzelaffäre monatelang in den Schlagzeilen war und im April den Chefsessel verlässt. Im HGB-Abschluss steht aber immer noch ein Minus - weshalb die Inhaber von Genussscheinen und stillen Einlagen voraussichtlich eine Herabsetzung ihres Genussscheinkapitals und des Werts ihrer stillen Einlagen um rund vier Prozent auf rund 79 Prozent hinnehmen müssen. Die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein sind davon nicht mehr betroffen. Sie haben ihre stillen Einlagen mittlerweile in Aktienkapital gewandelt.

Im künftigen Kerngeschäft verbuchte die Bank 2010 ein Ergebnis vor Restrukturierungskosten von 574 Millionen Euro nach 354 Millionen im Jahr davor. Die interne Bad Bank, in die nicht mehr gewollte Schiffskredite und das Kreditersatzgeschäft ausgelagert wurden, verringerte ihren Verlust vor Restrukturierung auf 29 Millionen Euro von 1,1 Milliarden Euro. Die Kernkapitalquote stieg auf 15,4 Prozent von 9,5 Prozent im Vorjahreszeitraum. Den vollständigen Konzernabschluss will die HSH am 31. März veröffentlichen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Schwarze Zahlen: HSH kann Staatshilfe schneller abschütteln"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%