Schweizer Bank
US-Justiz stuft Wegelin als Flüchtling ein

Weil Repräsentanten der Schweizer Privatbank Wegelin einen Anhörungstermin versäumt haben, hat die US-Justiz das Unternehmen zum Flüchtling erklärt. Dem Bankhaus wird Beihilfe zur Steuerhinterziehung vorgeworfen.
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New YorkNachdem trotz Vorladung kein Repräsentant des Schweizer Bankhauses Wegelin am Freitag zum Anhörungstermin in New York gekommen ist, hat die US-Justiz das Unternehmen zum Flüchtling erklärt. Das Justizministerium wirft dem Bankhaus Beihilfe zur Steuerhinterziehung vor. Wegelin, die älteste Schweizer Privatbank, habe amerikanischen und anderen Kunden geholfen, mehr als 1,2 Milliarden Dollar (912 Millionen Euro) auf ihren Konten vor dem Fiskus zu verstecken, hieß es.

Einen Monat zuvor hatten US-Behörden bereits gegen drei Kundenberater der in St. Gallen ansässigen Bank ähnliche Vorwürfe erhoben. Die Behörden werfen Wegelin und den drei angeklagten Beschäftigten des Instituts vor, US-Kunden mit einem System von Briefkasten-Firmen und anonymen Konten bei der Steuerhinterziehung geholfen zu haben. Dabei habe die Bank mit ihrer Diskretion geworben, weil sie in den USA keine Niederlassung habe. Abgewickelt wurden Zahlen den Angaben zufolge über ein Konto der Bank bei einer Niederlassung der Schweizer Großbank UBS. Wegelin hat erklärt, im vergangenen Jahrzehnt nicht gegen Schweizer Recht verstoßen zu haben.

Aus Angst vor einer Klage in den USA zogen die Wegelin-Partner bereits die Notbremse - und haben entschieden, die Bank aufzuspalten. Die Schweizer Traditionsbank Wegelin & Co., nach eigenen Angaben älteste Bank der Schweiz, ist ausgelöscht. Die genossenschaftliche Bankengruppe Raiffeisen übernimmt den Löwenanteil der Bank; dieser umfasst 21 Milliarden Franken Kundenvermögen der Nicht-US-Kunden und 700 Mitarbeiter. Dieser Teil der Bank wird in „Notenstein Privatbank“ umfirmiert und von Raiffeisen übernommen.

Unklar ist, wie die Staatsanwälte das Verfahren vorantreiben wollen. Wegelin unterhält keine Niederlassung in den USA und ein Auslieferungsverfahren gegen die drei Berater erscheint wenig erfolgversprechend.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Das ungenierte Treiben der Schweiz geht weit hinaus über Fragen der Besteuerung von Kapitalerträgen.
    Aktuell zeigen Griechenland und Italien, dass die verdunkelnden
    Dienstleistungen der Schweiz komfortable korruptive Strukturen erst möglich machen.
    Die resulierende Fehlsteuerung von Wirtschaft und Politik wiegt schwerer, als Verfehlungen bei der Zinsbesteuerung.
    So manche "Fehlentscheidung" öffentlicher Entscheider, die (eher verharmlosend) als Dummheit kolportiert werden,ist erst begreifbar vor dem Hintergrund der begleitenden Zahlungeströme in der Schweiz als Back-Office der Korruption.
    Erinnert sei hier etwa an abgekartete Finanzwetten des (nun Ex-)Chefs der leipziger Wasserwerke mit Schäden im 3-stelligen Millionenbereichfür die öffentliche Hand. Animiert wurde der Mann
    über ein 1-stelliges Millionenbestechungsgeld, abgezweigt aus der
    Provision der schweizer Vermittler.
    Griechenlands Problem liegt ganz offensichtlich in Staaten wie der Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg, Zypern oder Singapur ... [...]

    [+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++]

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