Schweizer Bank
Vontobel meistert Krise besser als Großbanken

Bei Händlern ist die Vontobel-Aktie am Donnerstag der „einzige Lichtblick“. Die Bank steigert ihren Gewinn 2015 um ein Drittel. Vor allem das Fondsgeschäft und die Vermögensverwaltung floriert.

ZürichDie Bank Vontobel hat die Turbulenzen an den Finanzmärkten bisher besser überstanden als viele größere Konkurrenten. Nach einem kräftigen Gewinnanstieg im Vorjahr sieht sich das Schweizer Institut auch im laufenden Jahr auf Erfolgskurs. „Wie bei allen anderen ist die Kundenaktivität auch bei uns gedämpft“, sagte Konzernchef Zeno Staub am Donnerstag in einer Telefonkonferenz. „Aber dank der besonderen Zusammensetzung unseres Geschäfts meistern wir die Volatilität ziemlich gut.“ Die Erträge stammten vor allem von fixen Gebühren und seien weniger von den stark schwankenden Börsentransaktionen abhängig.

Die Aussagen Staubs kontrastieren scharf mit kürzlichen Äußerungen von Großbanken wie Credit Suisse oder Deutsche Bank. Ihre Chefs Tidjane Thiam und John Cryan sahen sich angesichts des Kurssturzes der Aktien kürzlich gezwungen, dem Markt zu versichern, dass es keinen Grund zur Unruhe gebe und die Bilanzen stark seien. Die Aktien von Credit Suisse und Deutsche Bank brachen am Donnerstag erneut ein, während Vontobel einen Kurssprung von sieben Prozent verbuchten. „Vontobel ist heute der einzige Lichtblick“, sagte ein Händler.

„Wir sind den Geschäften, die unter enormen Druck gekommen sind, schlichtweg weniger ausgesetzt“, sagte Staub. Die Bank betreibe keinen Rohstoffhandel und vergebe weder an den Energiesektor noch in Schwellenländern Kredite. Stark ist das Zürcher Traditionshaus dagegen im Geschäft mit Profi-Anlegern und Fonds (Asset Management), das auch den Löwenanteil zum Gewinn beisteuert. Unter dem Strich verdiente Vontobel 2015 rund 180 Millionen Franken, ein Drittel mehr als im Vorjahr. Davon bekommen auch die Aktionäre einen großes Stück ab. Die Dividende soll um 19 Prozent auf 1,85 Franken pro Aktie steigen.

Auch für das laufende Jahr stehen die Ampeln Experten zufolge auf grün. Die im Vorjahr neu eingesammelten Kundengelder von acht Milliarden Franken dürften im laufenden Jahr voll Gebühren abwerfen und sich positiv auf den Gewinn auswirken. Insgesamt verwaltete Vontobel Ende 2015 gut 136 Milliarden Franken. Neben organischem Wachstum peilt die Bank weitere Zukäufe an. Das Institut wolle Konkurrenten mit Vermögen von bis zu 25 Milliarden schlucken, sagte Staub. „Wir haben das Management, wir haben die Bilanz, wir haben die Prozesse und wir haben die Technologie, um Übernahmen zu machen und zu integrieren.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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