Schweizer Banken
UBS verlangt höhere Strafzinsen von Millionären

Die Schweizer Großbank wird künftig nicht mehr nur dann Strafgebühren verlangen, wenn reiche Privatkunden ihr Geld in Franken bei der UBS parken. Ab Mail sind auch Inhaber von Euro-Konten betroffen.
  • 0

ZürichViele reiche Kunden der Schweizer Großbank UBS halten weiterhin die Füße still. „Von den USA über Europa bis nach Asien sind viele geopolitische und makroökonomische Fragen offen und veranlassen unsere Kunden, bei ihren Anlageentscheidungen immer noch vorsichtig zu agieren“, sagte Konzernchef Sergio Ermotti am Mittwoch auf einer Investorenkonferenz. „Offen gesagt hat sich seit unseren Äußerungen zum Ausblick im vierten Quartal nichts geändert.“ Im Schlussquartal 2016 hatten reiche Kunden Milliarden abgezogen. Ende Januar hatte der weltgrößte Vermögensverwalter auch in Aussicht gestellt, dass das Wachstum der Neugelder im laufenden Jahr wegen des Abzugs von unversteuerten Geldern am unteren Ende des Zielbands von drei bis fünf Prozent liegen dürfte.

Nun kündigen die Schweizer allerdings eine Ausweitung der Negativzinsen auf eine weitere Kundengruppe an. Ab Mai müssen europäische Kunden auf Bankguthaben von mehr als einer Million Euro eine Gebühr von jährlich 0,6 Prozent entrichten, wie der weltgrößte Vermögensverwalter am Mittwoch mitteilte und damit einen Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg bestätigte. Die UBS begründete den Schritt mit den 2014 von der Europäischen Zentralbank eingeführten Negativzinsen, die seitdem drei Mal weiter gesenkt wurden. Dies habe für die Bankbranche zu erhöhten Kosten geführt.

Bisher hatte die UBS auf Franken-Konten Negativzinsen an Großkunden, Firmenkunden und reiche Privatkunden weitergereicht. Hintergrund der Maßnahme sind die Strafzinsen von 0,75 Prozent, die die Schweizerische Notenbank (SNB) seit Anfang 2015 ab einer gewissen Freigrenze auf bei ihr geparkte Einlagen erhebt. Die SNB will mit den Negativzinsen den Franken unattraktiv für Investoren machen und somit eine weitere Aufwertung verhindern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Schweizer Banken: UBS verlangt höhere Strafzinsen von Millionären"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%