Schweizer Bankgeheimnis
St. Galler Kantonalbank schraubt Ziele zurück

iAusländische Behörden gehen rigoros gegen Steuerbetrüger vor. Eine der größten Schweizer Kantonalbanken stieg daher weitgehend aus dem grenzüberschreitenden Geschäft aus - und stellt sich auf weniger Neugeschäft ein.

ZürichDie St. Galler Kantonalbank schraubt mit dem Wegfall des Schweizer Bankgeheimnisses und der strengeren Verfolgung von Steuersündern ihre Wachstumsziele zurück. In den kommenden fünf Jahren will sich die Bank mit weniger neuen Kundengeldern im Vermögensverwaltungsgeschäft zufrieden geben, teilte das Institut am Mittwoch mit. Sie sollen künftig einen Anteil von drei statt bislang geplant vier Prozent an den gesamten verwalteten Vermögen haben.

Als Folge des Ausstiegs aus dem grenzüberschreitenden Geschäft und der Trennung von Kunden flossen in den vergangenen Jahren 6,4 Milliarden Franken (5,8 Milliarden Euro) an Kundengeldern ab. Ende 2015 verwaltete die Bank ein Vermögen von 36,2 Milliarden Franken.

Nachwehen aus dem Steuerstreit mit den USA belasteten auch die Bilanz des vergangenen Jahres: Die Buße für die Bank und ihre ehemaligen Töchter betrug rund 60 Millionen Dollar. Der Gewinn schrumpfte unter anderem deshalb um knapp neun Prozent auf 133,4 Millionen Franken. Für das laufende Jahr geht das Institut von einem leicht höheren Gewinn aus.

Die Bank in der wirtschaftsstarken Region im Osten der Schweiz zählt zu den größten der insgesamt 24 Kantonalbanken. Die Kantonalbanken konzentrieren sich vor allem auf ihre angestammte Wirtschaftsregion. An ihren deutschen Standorten in München und Frankfurt am Main wird die St. Galler Kantonalbank weiter festhalten. Die Filiale in Lissabon will sie an den dortigen Geschäftsführer verkaufen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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