Schweizer Einstieg: UBS hat keine Pläne mit der Tui

Schweizer Einstieg
UBS hat keine Pläne mit der Tui

Die Schweizer Großbank UBS ist jetzt größter Einzelaktionär beim Reise- und Schifffahrtskonzern Tui. Das Paket ist jedoch nur eine Handelsposition, schätzen Analysten. Bei Bedarf wird es wieder verkauft. Die Börse reagierte gelassen auf den Einstieg.

ek/oli DÜSSELDORF/ZÜRICH. Der Aktienkurs veränderte sich nur geringfügig nach oben. Wie der Konzern in Hannover mitteilte, liegt der Stimmrechtsanteil der Bank derzeit bei 5,84 Prozent. Die Aufstockung habe „keine strategische Bedeutung“ für den Finanzkonzern, sagte eine UBS-Sprecherin.

In Bankkreisen hieß es ergänzend, das Tui-Paket sei eine reine Handelsposition, die bei entsprechender Marktlage auch wieder schnell verkauft werde. Ob UBS einen Tui-Aufsichtsratssitz anstrebe, wollte die Sprecherin nicht beantworten. Auch ein Tui-Sprecher blieb schweigsam und wollte die Bedeutung der UBS als größter Einzelaktionär nicht kommentieren.

Der zweit- und der drittgrößte Tui-Aktionär kommen aus Spanien. 5,1 Prozent hält die Hoteliersfamilie Riu, die mit ihren hochwertigen Häusern wichtiger Partner des Tui-Touristikgeschäfts ist. Weitere fünf Prozent hält die spanische Bank Caja de Ahorros de Mediterraneo.

Der Konzern in Hannover, der für das Geschäftsjahr 2006 bereits im Dezember nach einer Strategie-Aufsichtsratssitzung einen Verlust in der Größenordnung mehrerer hundert Millionen Euro angekündigt hatte, sucht seit längerem händeringend einen Großaktionär, der den von Konzernchef Michael Frenzel eingeschlagenen Kurs der „Zwei-Säulen-Strategie“ mit dem Touristikgeschäft und der Container-Schifffahrt der Tochter Hapag-Lloyd stützt. Nach dem weltweiten Verfall der Frachtraten hat das maritime Geschäft die Konzernbilanz im vergangenen Jahr tiefrot eingefärbt. In der Touristik rechnen Beobachter nur mit bescheidenen Erfolgen, die durch geplante Restrukturierungskosten wieder aufgefressen werden könnten.

Erwartet wird, dass Frenzel und sein Kurs auf der Hauptversammlung am 16. Mai von Aktionärsgruppierungen und Finanzinvestoren massiv unter Beschuss genommen wird.

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