Schweizer Finanzaufsicht vs. UBS
Erstmals drohen einzelnen Händlern hohe Strafen

Sie haben Kundenwissen missbraucht und bei Währungsgeschäften in die eigene Tasche gearbeitet: Sieben Händlern der UBS drohen nun hohe Einzelstrafen. Es wäre das erste Mal, dass die Behörden Privatpersonen belangen.

ZürichSage und schreibe sieben Händler der Schweizer Großbank UBS müssen mit Sanktionen durch die Schweizer Aufsichtsbehörde rechnen – damit würden zum ersten Mal Einzelpersonen im Zuge des Skandals um Währungswetten direkt bestraft, sagten zwei mit dem Sachverhalt betrauten Personen.

Die Aufsichtsbehörde Finma will die Händler bis Ende des Jahres in Kenntnis setzen, sagten die Insider. Die schärfste Strafe, die die Finma verhängen könnte, wäre, die Händler für fünf Jahre von Tätigkeiten im Finanzsektor auszuschließen.

Die Händler sind unter den elf derzeitigen und früheren Beschäftigten der UBS, gegen die die Behörde bereits im November 2014 Ermittlungen eingeleitet hatte. Es war derselbe Tag, an dem die Finma der UBS eine Strafzahlung von 134 Millionen Franken (rund 123 Millionen Euro) auferlegt hatte. Sie warf der Bank schwere Versäumnisse beim ordentlichen Umgang mit Währungsgeschäften vor.

Manipulationen bei Währungsgeschäften ist nur einer von mehreren Skandalen, die die Finanzindustrie in dne vergangenen Monaten erschüttert hatten. Sieben Banken mussten rund 10 Milliarden US-Dollar (rund 9,44 Milliarden Euro) an Strafen bezahlen.

Die Finma wollte zu den Namen der Händler nichts sagen. Zuvor hatte die Aufsicht bereits vier weitere Händler wegen „schwerer Verfehlungen“ gemaßregelt, jedoch keine weiteren Maßnahmen ergriffen. Insidern zufolge waren unter den elf Angestellten, gegen die im November Ermittlungen eingeleitet wurden, Chris Vogelsang, früherer Co-Chef der Sparte Währungen und Edelmetalle, Niall O'Riordan, früherer Co-Chef des Währungshandels, und der frühere Edelmetallhändler Andre Florton.

Die Anwälte der Händler verweigerten den Kommentar oder waren nicht erreichbar. Auch die UBS wollte nicht kommentieren, welche der elf Beschuldigten noch bei der Bank arbeiten.

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Erstmals drohen einzelnen Händlern hohe Strafen

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Zahlreiche Vorwürfe gegen die Händler

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