Schweizer Großbank
Credit Suisse rettet sich in die schwarzen Zahlen

Es bleiben schwere Zeiten für die Schweizer Banken - auch wenn sich die Lage langsam bessert: Allein für die Moral ist wichtig, dass die Credit Suisse nicht mehr in den roten Zahlen steckt.
  • 0

ZürichDie Schweizer Großbank Credit Suisse hat den Abwärtstrend im Investmentbanking gestoppt und ist überraschend schnell wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Der Reingewinn fiel nach Angaben der Bank vom Mittwoch mit 44 Millionen Franken (36,6 Mio Euro) zwar gering aus, lag aber doch deutlich über den Erwartungen der Analysten, die von einem Verlust von gut 400 Millionen Franken ausgegangen waren. Der normalisierte Gewinn, der Sonderfaktoren außer Acht lässt und der nach Ansicht der Bank eine höhere Aussagekraft besitzt, belief sich auf 1,355 Milliarden Franken (1,1 Milliarden Euro).

Die Differenz war hauptsächlich auf sogenannte Fair-Value-Verluste von 1,55 Milliarden Franken zurückzuführen. Es kommt daher, dass die Schulden der Bank an Marktwert gewonnen haben und als höhere Belastung in der Bilanz verbucht werden müssen. Im Schlussquartal 2011 war bei der Bank ein Reinverlust von 637 Millionen Franken aufgelaufen. An der Börse in Zürich stieg der Credit-Suisse-Kurs im frühen Handel um 1,2 Prozent.

Im Investmentbanking konnte die Bank von dem zu Jahresanfang üblichen Boom an den Kapitalmärkten profitieren. Die Einnahmen fielen mit 4,14 Milliarden Franken fast drei Mal so hoch aus wie im Vorquartal. Der Gewinn stieg nach zwei Quartalen mit Verlust auf 993 Millionen Franken. parallel wurden die Risiken in der Bilanz um 15 Prozent zurückgefahren wurden. Innerhalb eines Jahres reduzierte die Bank die riskogewichteten Aktiva nach Basel III um ein Drittel. Auch Deutsche Bank und der Lokalrivale UBS sollten angesichts der besseren Märkte die Talsohle hinter sich gelassen haben. Das Frankfurter Institut legt am Donnerstag Zahlen vor, die UBS folgt am Mittwoch kommender Woche.

Auch das Private Banking konnte zulegen, die Bank konnte den Spartengewinn im Vergleich zum Vorquartal um ein Drittel auf 625 Millionen Franken steigern. Reiche Kunden brachten netto 8,4 Milliarden neues Geld zu der Bank, knapp eine Milliarde mehr als im Vorquartal. Über den ganzen Konzern gerechnet kam es zu einem Abfluss von Geld. Institutionelle Kunden zogen im Asset Management netto 13,7 Milliarden Franken ab. Insgesamt verwaltete die Bank rund 1,250 Milliarden Franken.

Seite 1:

Credit Suisse rettet sich in die schwarzen Zahlen

Seite 2:

Sparmaßnahmen greifen

Seite 3:

Mittelprächtige Aussichten für die UBS

Kommentare zu " Schweizer Großbank: Credit Suisse rettet sich in die schwarzen Zahlen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%