Schweizer Großbank
Credit Suisse wagt den Befreiungsschlag

Die Credit Suisse hat überraschend Quartalszahlen vorgelegt. Doch die waren nur die eine Hälfte der Mitteilung. Die Schweizer planen zudem umfangreiche Kapitalmaßnahmen und setzen ein Sparprogramm auf.
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ZürichDie wegen ihrer vergleichsweise dünnen Kapitaldecke unter Beschuss geratene Schweizer Großbank Credit Suisse hat zu einem Befreiungsschlag ausgeholt. Die zweitgrößte Schweizer Bank will ihr Eigenkapital um 15,3 Milliarden Franken aufstocken. An der Börse wurde die Ankündigung positiv aufgenommen. Die Aktie der Credit Suisse legte im frühen Handel um fünf Prozent auf 18 Franken zu.

Zugleich sollen die Kosten noch stärker gesenkt werden als bisher geplant. Im zweiten Quartal steigerte die Bank ihren Reingewinn auf 788 Millionen Franken von 768 Millionen Franken im Vorjahresquartal, wie sie am Mittwoch überraschend mitteilte.

Durch sofort wirksame Maßnahmen will Credit Suisse das Kapital um 8,7 Milliarden Franken erhöhen. Dazu zählt unter anderem die Emission von Pflichtwandelanleihen über 3,8 Milliarden Franken an bestehende und neue Investoren wie Katar, die von Saudi-Arabien aus operierende Olayan Gruppe und den Staatsfonds Temasek aus Singapur.

Daneben soll hybrides Kapital von 1,7 Milliarden Franken in Kapital gewandelt werden, das auch unter den neuen Kapitalvorschriften nach Basel III als Eigenkapital zählt. Zudem will die Bank Immobilien sowie illiquide Private Equity-Anlagen verkaufen. Boni will die Credit Suisse in Aktien auszahlen.

Das Ziel, die Kosten per Ende 2013 um zwei Milliarden Franken zu senken, wurde bereits Mitte 2012 erreicht. Nun sollen die Kosten bis Ende 2013 um drei Milliarden sinken. Ob das den Abbau von weiteren Arbeitsplätzen einschließt, wollte Konzernchef Brady Dougan in einer Telefonkonferenz nicht sagen.

„Mit diesen Maßnahmen beseitigen wir jeden Zweifel bezüglich unserer starken Kapitalausstattung“, erklärte Dougan. Nach Angaben von Credit Suisse steigt die Eigenkapitalquote bis zum Jahresende auf 9,4 Prozent von sieben Prozent.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hatte Mitte Juni kritisiert, die Bank verfüge gemessen an zukünftigen Vorschriften gemäß Basel III nur über eine unterdurchschnittliche Kapitalausstattung. Nun begrüßte die SNB die Kapitalmaßnahmen. „Diese Maßnahmen führen zu einer raschen und markanten Erhöhung des verlustabsorbierenden Kapitals der Credit Suisse Group“, teilte die Notenbank am Mittwoch mit. „In einem für das internationale Bankensystem besonders herausfordernden Umfeld stärken diese Maßnahmen die Widerstandsfähigkeit der Credit Suisse Group deutlich.“

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