Schweizer Großbank
Halbes Gehalt für Credit-Suisse-Chef Dougan

Für die Manager der Credit Suisse hat das schlechte Ergebnis Folgen auf dem Gehaltscheck. Besonders hart trifft es Konzernchef Brady Dougan: Er muss für 2011 mit umgerechnet 5,8 statt 12,8 Millionen Franken auskommen.
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ZürichC redit-Suisse -Konzernchef Brady Dougan hat sich aus der Liga der Spitzenverdiener unter den europäischen Bankenchefs verabschiedet. Als Festlohn und Bonus stehen dem Amerikaner 5,8 Millionen Franken (4,8 Millionen Euro) für 2011 zu, wie die zweitgrößte Schweizer Bank mitteilte. Das ist weniger als die Hälfte der 12,8 Millionen Franken, die Dougan für 2010 erhielt.

Credit Suisse begründete den Rückgang mit dem Gewinneinbruch und dem Rückgang des Aktienkurses um 41 Prozent im Vorjahr. Damit hat Credit Suisse mehr an Wert verloren als die europäischen Banken im Schnitt. Die Euro-Schuldenkrise hatte der Credit Suisse 2011 hart zugesetzt und die Erträge aus dem Handel mit Aktien und Anleihen gedrückt.

Der Aktionärsverband Actares hält die Vergütung Dougans angesichts der Gewinnentwicklung noch immer für zu hoch, sagte Roby Tschopp. Der Actares-Geschäftsführer kritisierte zudem, dass der Bonus höher ist als das feste Gehalt.

Ein Vergütungsexperte strich hingegen hervor, dass Credit Suisse die Grundgehälter angehoben und die Boni gekürzt habe. Zudem seien die Boni der Konzernleitung auf Jahre hinaus gesperrt. Der Druck der Öffentlichkeit und vor allem der Aufseher in den vergangenen drei Jahren habe eindeutig Wirkung gezeigt. Daran dürfte sich auch bei einer Erholung der Finanzmärkte nichts ändern. „Aufgrund des erhöhten Drucks auf die Geschäftsergebnisse der Banken werden die Gehälter womöglich nicht mehr die Rekordhöhen der Vergangenheit erreichen“, erklärte der Experte. „In Zukunft werden wir eher Gehälter in der aktuellen Größenordnung sehen.“

Noch vor zwei Jahren gehörte Dougan zu den bestbezahlten Bankchefs in Europa. Zusätzlich zu seinem Jahresgehalt von 19,2 Millionen Franken für 2009 erhielt er einen Aktienbonus von 71 Millionen Franken, der aus einem 2005 aufgelegten fünfjährigen Bonusplan stammte. Aktuell liegt Dougan deutlich hinter Kollegen wie dem Barclays-Chef Bob Diamond, der 2011 auf ein Vergütungspaket von umgerechnet gut 20 Millionen Euro kam, oder Deutsche Bank -Chef Josef Ackermann mit 9,4 Millionen Euro.

Nicht einmal innerhalb der Bank hat Dougan das höchste Gehalt. Am besten bezahlt ist der Chef des Asset Managements: Robert Shafir erhält 8,5 Millionen Franken. Als einzigem der drei CS-Sparten gelang es der institutionellen Vermögensverwaltung im Vorjahr, den Vorsteuergewinn zu steigern. Shafir habe die Gebührenerträge gesteigert und die Kosten gesenkt, begründete die Credit Suisse das Gehaltsplus.

Die 13 Mitglieder der CS-Konzernleitung erhalten zusammen 70,2 Millionen Franken. Für das Jahr 2010 waren ihnen noch 160,3 Millionen Franken zugesprochen worden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Das sind ja nur viereinhalb Millionen Euro pro Jahr !
    Die armen Leute ...

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