Schweizer Großbank
UBS-Banker trotz Verlust mit hohen Boni

Ein Vielfaches seines Gehalts, das er als Bundesbank-Präsident eingestrichen hatte, verdiente UBS-Verwaltungsratspräsident Axel Weber im vergangenen Jahr. Der Bonus-Pool der Schweizer Bank schrumpfte trotz Verlust kaum.
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Düsseldorf/ZürichTrotz eines Milliardenverlustes der Schweizer Großbank UBS im Jahr 2012 erhalten die Top-Manager genauso hohe Boni wie im Jahr davor. Grundgehalt und Bonus für die elf Mitglieder der Konzernleitung belaufen sich auf 70 Millionen Franken (56,7 Millionen Euro), wie die UBS am Donnerstag in ihrem Geschäftsbericht mitteilte.

Der am besten bezahlte Manager der größten Schweizer Bank ist Konzernchef Sergio Ermotti, der 8,87 Millionen Franken (7,2 Millionen Euro) nach 6,35 Millionen Franken im Vorjahr erhält. Knapp dahinter liegt der Chef des Amerika-Geschäfts, Robert McCann, mit umgerechnet 6,9 Millionen Euro.

Der ehemalige Bundesbank-Präsident und Vorsitzende des UBS-Verwaltungsrat, Axel Weber verdiente 2,9 Millionen Euro und damit ein Vielfaches des Gehalts zu seiner Zeit als Chef der deutschen Notenbank. In seinem letzten vollständigen Jahr als Geldpolitiker hatte er 391.500 Euro verdient (Geschäftsbericht der Bundesbank 2010, Seite 189). Weber war im vergangenen Jahr zur UBS gestoßen und hatte bei seiner Berufung in den Verwaltungsrat zusätzlich eine Einmalzahlung von 2 Millionen Franken und 200.000 UBS-Aktien mit einer Sperrfrist von einem Jahr erhalten. Der Gesamtverdienst lag damit bei 6,5 Millionen Euro.

Der größte Teil der Bezüge der UBS-Top-Manager ist für mehrere Jahre gesperrt und wird überwiegend in Aktien ausgezahlt. Die UBS hatte als jüngst eine Überarbeitung der Boni in die Wege geleitet. Sie folgt als erste Bank dem Vorschlag des finnischen Notenbankers Erkki Liikanen. Das Institut wird demnach 6500 Managern einen Teil der variablen Vergütung in Form von Anleihen auszahlen. Fällt die Eigenkapitalquote der Bank unter sieben Prozent, verfallen die Schuldverschreibungen. Geht aber alles gut, werden diese sogenannten „Bail-in Bonds“ im Jahr 2018 fällig. Sie sind zudem mit einer jährlichen Zinszahlung ausgestattet.

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