Schweizer Großbank
UBS ist „Tanker ohne Schub“

Die Schweizer Großbank UBS muss einen Gewinnrückgang verschmerzen. Vor allem zwei Bereiche bereiten dem Geldinstitut Sorgen. Ganz so stark wie befürchtet brach das Ergebnis jedoch nicht ein.
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ZürichDie Schweizer Bankenaufsicht Finma zieht bei der Großbank UBS die Daumenschrauben an. Wegen der zahlreichen Rechtsstreitigkeiten muss die Bank die Bilanzrisiken (RWA) um etwa 28 Milliarden Franken oder mehr als zehn Prozent höher ansetzen, wie die größte Schweizer Bank am Dienstag mitteilte. Die UBS muss daher das Ziel, bis 2015 eine Eigenkapitalrendite von 15 Prozent zu erreichen, um mindestens ein Jahr verschieben, falls die Finma die Auflage bis dahin nicht wieder zurücknimmt.

Der Gewinn sank von Juli bis September auf 577 Millionen Franken (468 Millionen Euro) von 690 Millionen Franken im zweiten Quartal. Die Vermögensverwaltung kam nicht in Schwung und im Investmentbanking gingen die Einnahmen zurück.

Mit den schärferen Kapitalanforderungen reagieren die Bankenaufseher auf die milliardenteuren Vergleiche und Skandale bei der UBS. Die Bank war in den Libor-Skandal verwickelt und zahlte eine Strafe von rund 1,4 Milliarden Franken. Vor zwei Jahren richtete ein Londoner Händler bei der Bank einen Handelsschaden von mehr als zwei Milliarden Dollar an, weil das Kontrollsystem nicht funktioniert hatte.

Die Finma werde den RWA-Zuschlag periodisch überprüfen und eine Kürzung von der Entwicklung der Rückstellungen und bei den "relevanten Rechtsfällen" abhängig machen. Zurzeit nimmt die Bank das eigene Devisengeschäft unter die Lupe. Auslöser seien Medienberichte über weit verbreitete Unregelmäßigkeiten im Devisenmarkt gewesen, erklärte die UBS. Die UBS und andere Finanzinstitute hätten in diesem Zusammenhang Anfragen von verschiedenen Behörden erhalten.

Im dritten Quartal bekam die Bank trotz des vor zwei Jahren eingeleiteten Rückbaus im Investmentbanking die Flaute auf dem Kapitalmarkt zu spüren. Der Gewinn von 577 Millionen Franken im dritten Quartal neben Rückstellungen für Rechtsfälle und "regulatorische Angelegenheiten" auch einen Steuerertrag von netto 222 Millionen Franken. Ein Jahr zuvor hatte die Bank nach Milliarden-Abschreibungen unter dem Strich einen Verlust von 2,13 Milliarden Franken eingefahren.

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