Schweizer Grossbanken
UBS Top, Credit Suisse Flop

Die Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse dürften mit unterschiedlichen Gefühlen auf die bevorstehenden Jahresbilanzen blicken. UBS rechnet mit einem dicken Plus, Credit Suisse wird dagegen wohl ein Minus einfahren.

ZürichDie bevorstehenden Jahresbilanzen von Credit Suisse und UBS dürften keinen Zweifel daran lassen, wer unter den Schweizer Großbanken zur Zeit der Platzhirsch ist. Während UBS-Chef Sergio Ermotti wohl am Dienstag mit dem höchsten Gewinn seit 2010 glänzen kann, rechnen Analysten bei der zweitgrößten Schweizer Bank unter ihrem neuen Lenker Tidjane Thiam erstmals seit 2008 mit roten Zahlen.

Mit einer milliardenschweren Abschreibung wird Thiam am Donnerstag wohl die Expansionshoffnungen seiner Vorgänger im riskanten Investmentbanking endgültig begraben. Wie die UBS will die Credit Suisse mit dem Ausbau der schwankungsarmem Vermögensverwaltung insbesondere in Asien den Gewinn ankurbeln.

Doch immer mehr Anleger bezweifeln angesichts der wirtschaftlichen Abkühlung auf dem Kontinent, ob Thiam seine ehrgeizigen Ziele auch erreicht. „Nach der anfänglichen Euphorie und den Vorschusslorbeeren für das neue Management ist Ernüchterung eingekehrt“, erklärt ZKB-Analyst Andreas Brun.

Für die Credit Suisse prognostizieren Analysten einen Jahresverlust von rund zwei Milliarden Franken. Negativ zu Buche schlagen vor allem Altlasten im Investmentbanking. Im Boomjahr 2000 hatten die Schweizer das US-Institut DLJ zu einem überhöhten Preis gekauft. Analysten rechnen nun mit einer kräftigen Wertberichtigung. Die Schweizer „Sonntagszeitung“ berichtete mit Bezug auf eigene Recherchen, dass die Goodwill-Abschreibung bei rund vier Milliarden Franken liege.

Weitere Abschreibungen drohten auf Krediten an Unternehmen aus dem Energiesektor, die wegen des Einbruchs beim Ölpreis in schwieriges Fahrwasser geraten sind. Zudem müsse die Bank die Rückstellungen für Rechtstreitigkeiten aufstocken, hieß es in dem Bericht weiter. Auch Deutsche-Bank -Chef John Cryan hatte zuletzt noch einmal eine gute Milliarde Euro für zukünftige Rechtskosten draufgepackt und die Anleger für 2015 mit einem Rekord-Verlust von knapp sieben Milliarden Euro geschockt.

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