Schweizer Privatbank
Bank Bär will sich von Fifa-Fall distanzieren

In Fifa-Korruptionsskandal bemüht sicher die Schweizer Bank Bär um Schadensbegrenzung. Das Unternehmen möchte sich deutlich distanzieren. Denn es droht ein erneutes Aufrollen des Verfahrens wegen Steuerhinterziehung.
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Zürich/New York,Der Schweizer Vermögensverwalter Julius Bär bemüht sich wegen seiner Rolle im Fifa-Korruptionsskandal um Schadensbegrenzung. Zwei Regional-Manager der Bank hätten in den vergangenen Monaten New Yorker Staatsanwälte getroffen, sagten mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Beide Personen sagten den Insidern zufolge aus, dass ein früherer Kundenberater bei einer Überweisung von Bestechungsgeldern an lateinamerikanische Fußball-Funktionäre auf eigene Faust gehandelt habe. Weder sie selbst noch andere hochrangige Firmenvertreter hätten gewusst, dass Bär als vermeintlicher Kanal für die Übermittlung der Gelder benutzt worden sei.

Der Kundenberater steht einem Insider zufolge kurz davor, sich in dem Skandal schuldig zu bekennen. Die Schweizer Bundesanwaltschaft erklärte, sie habe in Zusammenhang mit dem Fifa-Fall eine Untersuchung gegen einen früheren Mitarbeiter einer Bank eingeleitet. Die Behörde verdächtigt die Person unter anderem der Geldwäsche und der Urkundenfälschung. Einer mit der Sache vertrauten Person zufolge handelt es sich dabei um den früheren Bär-Kundenberater.

Ein Bär-Sprecher erklärte, die Bank habe sich 2015 von einem Angestellten getrennt, nachdem er zugegeben habe, entsprechende Gesetze und interne Richtlinien verletzt zu haben. Der ehemalige Mitarbeiter habe niemanden in der Bank informiert, dass ein Konto für Bestechungsgelder genutzt wurde und habe abgestritten, selbst davon zu wissen. Der Banker reagierte nicht auf eine Anfrage von Reuters. Sein Anwalt wie auch die zuständige US-Staatsanwaltschaft lehnten eine Stellungnahme ab.

Das US-Verfahren gegen die Fifa löste beim Fußball-Weltverband vor zwei Jahren ein Erdbeben aus, das unter anderem auch Präsident Sepp Blatter zum Abgang zwang. Mehr als 40 Personen und Körperschaften wurden in Zusammenhang mit Schmiergeldzahlungen und Provisionen von insgesamt über 200 Millionen Dollar angeklagt. Banker oder Finanzinstitute gehören öffentlich verfügbaren Informationen zufolge nicht dazu. In der Anklageschrift sind zwar auch über ein Dutzend Banken - neben Bär auch die Schweizer Großbank UBS oder die amerikanische JP Morgan - genannt, ihnen wurde aber nichts vorgeworfen. Konzentrierten sich die US-Behörden zu Beginn der Untersuchung auf Fifa-Vertreter und Manager aus der Sportbranche, gerät nun zunehmend die Rolle der Banken ins Rampenlicht, erklärte ein Insider.

Die Fifa-Affäre hat für Bär Relevanz weit über den eigentlichen Fall hinaus. 2016 einigte sich das Institut mit den US-Behörden in einem Verfahren wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Mit der Bezahlung von 547 Millionen Dollar legte Bär den Steuerstreit bei, darf sich aber keine Verfehlungen mehr zu Schulden kommen lassen. Falls die Amerikaner dem Geldhaus nun Fehlverhalten nachweisen könnten, ist nicht ausgeschlossen, dass das Steuerhinterziehungs-Verfahren neu aufgerollt wird. Der Bär-Sprecher betonte jedoch, es gebe keine Anzeichen, dass die Fifa-Affäre Auswirkungen auf die Vereinbarung im Steuer-Fall haben könnte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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