Schweizer Privatbank
Julius Bär baut Schwellenländer-Geschäft aus

Julius Bär setzt auf Brasilien und weitere Schwellenländer: Die Privatbank stockt ihre Beteiligung an der brasilianischen GPS auf. Später könnte sogar eine weitere Erhöhung möglich werden.
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ZürichJulius Bär treibt den Ausbau des Geschäfts mit reichen Kunden in Schwellenländern voran. Die Schweizer Privatbank stockt ihre Beteiligung an der brasilianischen GPS Investimentos Financeiros e Participações (GPS) auf 80 Prozent von bisher 30 Prozent auf, wie das Institut am Dienstag mitteilte. Ein Kaufpreis für den größten unabhängigen Vermögensverwalter des Landes nannte Bär nicht. Die Analysten von Kepler Cheuvreux schätzen, dass die Bank rund 100 Millionen Franken (rund 82 Millionen Euro) für den 50 Prozent-Anteil bezahlt hat.

„Dank der Mehrheitsbeteiligung erhalten wir den langfristigen Zugang zu einem der weltweit attraktivsten und vielversprechendsten Vermögensverwaltungsmärkte“, erläuterte Bär-Chef Boris Collardi. Das Geldhaus ist seit einigen Jahren dabei, das Geschäft in Asien, dem Nahen Osten und Lateinamerika auszubauen. Denn im bisherigen Hauptmarkt Europa wird Bär wie andere Schweizer Banken durch die Auflösung von Schwarzgeldkonten und die Abflüsse dieser Gelder gebremst.

Bis 2015 soll die Hälfte der verwalteten Vermögen aus Schwellenländern stammen, so der Plan der Bank. Den größten Beitrag zur Erreichung dieses Ziels soll die 2012 angekündigte Übernahme des internationalen Vermögensverwaltungsgeschäfts der Bank of America/Merrill Lynch liefern. Die schrittweise und noch nicht abgeschlossene Integration soll mindestens 57 Milliarden Franken an zusätzlichen Vermögen bringen. Merrill Lynch verschafft Bär zudem eine Präsenz an vielen Standorten in Schwellenländern, wo die Bank bisher nicht vertreten war. In Lateinamerika sind dies etwa Panama und Uruguay.

In Brasilien - dem größten Markt Lateinamerikas - setzte Bär schon 2011 mit dem Kauf der GPS-Beteiligung einen Fuß. Inzwischen haben sich die verwalteten Vermögen der von drei Partnern kontrollierten Firma auf 15 Milliarden brasilianische Real (rund sechs Milliarden Franken) fast verdoppelt. Die 1999 gegründete Gesellschaft mit Sitz in Sao Paulo beschäftigt gut 120 Mitarbeiter und wirft im Gegensatz zum Merrill Lynch-Geschäft bereits einen Gewinn ab.

Entsprechend dürfte Bär anteilsmäßig auch mehr bezahlen. Kepler Cheuvreux-Analyst Dirk Becker schätzt, dass der Kaufpreis für GPS drei Prozent der Vermögen entspricht, bei Merrill Lynch ist es nicht einmal halb so viel. Bär schließt nicht aus, die Beteiligung an GPS zu einem späteren Zeitpunkt auf 100 Prozent aufzustocken.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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