Schweizer Privatbank
Vontobel will in Deutschland Gas geben

Während große Schweizer Häuser wie die UBS in Deutschland schrumpfen, setzt die Privatbank Vontobel auf Wachstum. Ein radikaler Sparkurs sei kein Thema, heißt es bei dem Institut. Ganz im Gegenteil.
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FrankfurtDie kleine Schweizer Privatbank Vontobel gibt die Hoffnung auf Wachstum im schwierigen Markt Deutschland nicht auf. Dabei sind auch Übernahmen nicht ausgeschlossen, wie Vorstandschef Zeno Staub am Dienstag in Frankfurt sagte. "Deutschland ist der einzige Markt in Europa neben der Schweiz, in dem wir uns Zukäufe vorstellen können." Dies stehe aber nicht im Vordergrund.

Nach den Worten von Georg Schubiger, der die Vermögensverwaltung für reiche Privatkunden leitet, kann Vontobel in Deutschland im Moment auch anderweitig die Schwäche der Rivalen für sich nutzen - einfach indem sie deren Berater und Kunden einsammelt. So bauen beispielsweise die beiden großen Schweizer Häuser Credit Suisse und UBS in der Vermögensverwaltung in Deutschland Stellen ab und legen Niederlassungen zusammen, um Geld zu sparen.

Für Vontobel ist ein radikaler Sparkurs kein Thema, wie beide Manager erklärten. Vielmehr solle die Mannschaft in Deutschland ausgebaut werden, um mehr neue Kundengelder einzusammeln. "Wir möchten mehr Volumen auf unserer Plattform in Deutschland haben", sagte Schubiger. Per Ende 2012 lag das verwaltete Vermögen hierzulande bei sieben Milliarden Franken, weltweit kam Vontobel auf 98 Milliarden.

Deutschland ist der größte Vermögensverwaltungsmarkt in Europa. Dennoch arbeitet hier nach Angaben aus Branchenkreisen kaum ein Schweizer Anbieter mit Gewinn. Das liegt nicht nur daran, dass die Kosten in dem Geschäft generell hoch sind, weil die reiche Klientel persönlich betreut werden will. Der Markt ist auch weitgehend gesättigt: Wachstum geht eigentlich nur noch, indem man der Konkurrenz Marktanteile abjagt.

Auch Vontobel arbeitet in Deutschland nicht profitabel, wie Staub einräumte. Das gelte jedenfalls dann, wenn nur das direkt in Deutschland abgewickelte Geschäft berücksichtigt werde. Die Bank betreut deutsche Kunden auch aus der Schweiz heraus.

Wieviel Geld davon unversteuert sein könnte, darüber mache er sich keine Gedanken, sagte Staub. Die Bank - die das vorerst gescheiterte deutsch-schweizerische Steuerabkommen nach seinen Worten unterstützt hätte - komme ihrer Aufklärungspflicht nach. "Aber wir hängen der liberalen Weltsicht an, dass die Kunden für ihre Steuern selbst verantwortlich sind."

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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