Schweizer Traditionsbank
Vontobel legt beim Jahresüberschuss zu

Die Schweizer Traditionsbank Vontobel hat 2010 sieben Prozent mehr verdient als im Vorjahr. Grund hierfür ist ein Anstieg der Kundengelder, der den Gewinn Firmenangaben zufolge auf 147 Millionen Franken steigen ließ.
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Zürich. Nach zwei Jahren mit rückläufigen Neugeldern ist der Schweizer Bank Vontobel 2010 die Trendwende gelungen. Das Traditionsinstitut konnte Angaben vom Mittwoch zufolge bei reichen Privatkunden und institutionellen Anlegern 5,5 Milliarden Franken einsammeln, mehr als doppelt so viel wie die 2,1 Milliarden Franken des Vorjahres. Im Asset Management zahlte sich die Fokussierung der Fondspalette auf Themen wie erneuerbare Energie, Schwellenländer und Demographie aus.

Mit der vor zwei Jahren eingeleiteten und nun erfolgreich abgeschlossenen Neuausrichtung empfahl sich Bereichsleiter Zeno Staub auch für die Position des Konzernchefs, die er im Mai übernahmen wird. Seine Hauptaufgabe wird hier das Private Banking sein. Mit einem Neugeld-Wachstum von vier Prozent, das vor allem Kunden aus Osteuropa und Deutschland beisteuerten, liegt Vontobel hinter den stark im boomenden Asien vertretenen Konkurrenten wie Credit Suisse und Julius Bär, die auf knapp sechs Prozent kommen. Zudem zweifeln Experten, ob die Bank mit Privatkundenvermögen von 29,6 Milliarden Franken groß genug ist, um das Geschäft längerfristig profitabel betreiben zu können. Insgesamt verwaltet der Konzern Kundengelder von 78,6 Milliarden Franken. Mittelfristig peilt das Institut weiterhin einen Wert von 100 Milliarden Franken an, wie der scheidende Konzernchef Herbert Scheidt in einer Telefonkonferenz erklärte.

Die Neugelder verhalfen Vontobel 2010 auch zu einem Gewinnanstieg von sieben Prozent auf 147 Millionen Franken.

Während das Asset Management und das Private Banking kräftige Gewinnsteigerungen verbuchten, sank der Vorsteuergewinn im Investmentbanking um 21 Prozent auf 115,5 Millionen Franken.

Vontobel verwies auf den stark zunehmenden Wettbewerb und die geringe Kundenaktivität in diesem mit Abstand wichtigsten Geschäftsfeld. Drei Viertel des Bereichsergebnisses steuern strukturierte Produkte bei, wo Vontobel Schweizer Marktführer ist.

Vontobel hat sich vor allem im Asset Management und im Private Banking Wachstum auf die Fahnen geschrieben. Scheidt erklärte, Vontobel halte insbesondere im Private Banking auch nach Übernahmen Ausschau. Mit einer im Branchenvergleich hohen Eigenkapitalquote von 21,8 Prozent kann sich Vontobel Zukäufe auch gut leisten. Für 2010 will die Bank eine unveränderte Dividende von 1,40 sfr pro Aktie auszahlen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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