Schweizerische Bank

UBS kann Anleger mit Dividende nicht trösten

Die Schweizer Großbank UBS hat mit 5,57 Milliarden Euro den höchsten Gewinn seit fünf Jahren erwirtschaftet. Doch die Zahlen trügen, ganz so gut geht es der Bank nicht. Die Aktie stürzt am Morgen ab.
Update: 02.02.2016 - 09:45 Uhr
Die UBS-Zahlen sind gut, aber die Anleger sind nicht nur überzeugt. Quelle: dpa
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Die UBS-Zahlen sind gut, aber die Anleger sind nicht nur überzeugt.

(Foto: dpa)

ZürichAuf den ersten Blick sehen die UBS-Zahlen glänzend aus: Der Konzerngewinn hat sich fast verdoppelt und stieg von 3,5 auf 6,2 Milliarden Franken. Mit Blick auf das Gesamtjahr trugen geringere Rückstellungen für Rechtsrisiken sowie bessere Erträge der Investmentbank zum Ergebnis-Plus bei. Doch es gibt auch Schwachpunkte im Zahlenwerk, vor allem im vierten Quartal. Die Aktie verliert in der Eröffnung sieben Prozent.

Im vierten Quartal steigerte UBS den Reingewinn zwar von 858 auf 949 Millionen Franken, was über den Analystenerwartungen lag. Doch diese Zahl ist von zahlreichen Sondereffekten wie Auflösung von Steuerrückstellungen verzerrt. Der ausgewiesene Vorsteuergewinn hat sich fast halbiert und erreichte 234 Millionen Franken. Analysten hatten im Schnitt mit 337 Millionen Franken gerechnet.

Diese Banken sind groß – und daher gefährlich
Klasse 1
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Der Finanzstabilitätsrat teilt die Banken in fünf Klassen ein. In der ersten Klasse befinden sich laut der vorgesellten Liste 18 Banken, die nicht als besonders systemrelevant gelten – eine mehr als im Vorjahr. Sie müssen nur ein Prozent Kapitalzuschlag vorhalten. Unter diesen nicht besonders gefährlichen Banken befinden sich Geldhäuser wie die Schweizer Großbank UBS, die Société Générale, die Santander, Credit Agricole, die Royal Bank of Scotland und die Bank of China. Neu hinzugekommen in diese Gruppe ist die US-Bank Morgan Stanley, die im Vorjahr noch einen höheren Kapitalpuffer vorhalten musste.

Klasse 2 – Morgan Stanley
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Die amerikanische Großbank Morgan Stanley landet auf Platz 11. Sie muss 1,5 Prozent Kapitalzuschlag vorhalten. Seit der weltweiten Finanzkrise konzentriert sich Morgan Stanley stärker auf die Vermögensverwaltung. Damit soll das Geschäft weniger schwankungsanfällig werden.

Klasse 2 – Mitsubishi UFJ FG (MUFG)
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Die Mitsubishi UFJ FG (MUFG) muss ebenfalls 1,5 Prozent Kapital als Zuschlag vorhalten. Zu der japanischen Holdinggesellschaft gehört die Bank of Tokyo-Mitsubshi UFJ. Die Bankengruppe gehört im japanischen Leitindex Nikkei neben Toyota, Toshiba und Sony zu den Schwergewichten. Japanische Banken wie die MUFG profitieren derzeit von der extrem expansiven Geldpolitik der japanischen Notenbank. Sie erzielen bessere Ergebnisse als ihre schwächelnden Konkurrenten in Europa.

Klasse 2 – Goldman Sachs
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Auch die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs wird als „systemisch“ eingestuft, sie muss 1,5 Prozent Kapitalzuschlag vorhalten. Im Sommer litt die Bank unter der Flaute an den Märkten. Ein florierendes Beratungsgeschäft bei Fusionen und Übernahmen (M&A) konnte das dritte Quartal nicht retten: Der Nettogewinn brach um mehr als ein Drittel ein.

Klasse 2 – Credit Suisse
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Die zweitgrößte Schweizer Großbank Credit Suisse gilt als gefährlicher als ihr Konkurrent UBS. Der neue Chef der Bank, Tidjane Thiam, baut das angeschlagene Institut derzeit kräftig um. Er kündigte eine Kapitalerhöhung, einen Sparplan und einen Vorstandsumbau an. Aufschlag: 1,5 Prozent.

Klasse 2 – Bank of America
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Das größte Kreditinstitut der USA, die Bank of America, landet auf Platz 7 (Aufschlag: 1,5 Prozent). Die Bank hat die Finanzkrise überstanden und schreibt inzwischen wieder schwarze Zahlen.

Klasse 3 – Deutsche Bank
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Die Deutsche Bank ist das einzige deutsche Geldhaus, das vom Finanzstabilitätsrat als systemrelevant eingestuft wird. Sie muss zwei Prozent Kapital vorhalten. Der britische Neu-Chef John Cryan greift momentan durch und zeigt mit einem umfangreichen Stellenabbau und dem Streichen der Dividende Härte.

„Ein Blick auf die Segmente zeigt, dass die wichtigen Segmente wie Wealth Management und Investmentbank enttäuscht haben“, kommentierte Andreas Brun von der Zürcher Kantonalbank. „Dies war das schwierigste Quartal seit vielen Jahren“, erklärte Bank-Chef Sergio Ermotti in einer Telefonkonferenz.

So stürzte der Vorsteuergewinn der Kernsparte Wealth Management von 646 Millionen Franken ab auf nur noch 344 Franken Millionen Franken. UBS litt dabei unter den Marktturbulenzen: Die Kunden handelten weniger und zogen Gelder ab.

Insgesamt verlor die Sparte 3,4 Milliarden Franken, unter anderem von Kunden aus Schwellenländern. Zudem war die Sparte durch Mittelabflüsse belastet, da Kunden nach wie vor ihre Gelder dem Fiskus deklarierten und Steuern nachzahlen. Analysten hatten dagegen mit positivem Neugeld-Zufluss gerechnet. Auch Julius Bär hatte am Vortag von einer Belebung beim Neugeldzufluss im zweiten Halbjahr gesprochen.

Die UBS hat gute Zahlen für 2015 vorgelegt. Quelle: Reuters
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Die UBS hat gute Zahlen für 2015 vorgelegt.

(Foto: Reuters)

In den USA wieder ergibt sich ein komplett anderes Bild: Die Vermögensverwaltung in den Vereinigten Staaten, die in einer eigenen Sparte verfasst ist, verbuchte einen sehr starken Neugeld-Zuwachs von fast 17 Milliarden Dollar. UBS profitierte hier davon, dass Credit Suisse ihre US-Vermögensverwaltung aufgibt und Berater daher in Scharen zu UBS übergelaufen ist. Credit Suisse wirft UBS geschäftsschädigendes Verhalten vor und verklagte die Schweizer Konkurrentin vor Gericht.

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