Schweizerische Großbank

UBS mit Milliardengewinn

Die Schweizer Großbank UBS hat mit umgerechnet 5,57 Milliarden Euro 2015 den höchsten Gewinn seit fünf Jahren erwirtschaftet. Grund dafür waren vor allem die Vermögensverwaltung und das Investmentbanking.
Die UBS hat gute Zahlen für 2015 vorgelegt. Quelle: Reuters
Schweizer Großbank

Die UBS hat gute Zahlen für 2015 vorgelegt.

(Foto: Reuters)

ZürichDie Schweizer Großbank UBS schraubt nach dem höchsten Gewinn seit fünf Jahren die Dividende nach oben. Dank guter Geschäfte mit vermögenden Privatkunden und im Investmentbanking stieg das Nettoergebnis 2015 um 79 Prozent auf 6,2 Milliarden Franken (5,57 Milliarden Euro), wie die Großbank am Dienstag mitteilte.

Das ist mehr als von Analysten erwartet und der höchste Gewinn seit 2010, als die UBS nach dem Abklingen der Finanzkrise knapp 7,5 Milliarden Franken verdient hatte. „Trotz eines sehr herausfordernden Umfelds hatten wir ein sehr gutes Jahr“, sagte Bankchef Sergio Ermotti. Die Aktionäre sollen eine Dividende von insgesamt 85 Rappen erhalten. Im Jahr davor waren es - ordentliche Dividende und Sonderausschüttung zusammengenommen - 75 Rappen.

Diese Banken sind groß – und daher gefährlich
Klasse 1
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Der Finanzstabilitätsrat teilt die Banken in fünf Klassen ein. In der ersten Klasse befinden sich laut der vorgesellten Liste 18 Banken, die nicht als besonders systemrelevant gelten – eine mehr als im Vorjahr. Sie müssen nur ein Prozent Kapitalzuschlag vorhalten. Unter diesen nicht besonders gefährlichen Banken befinden sich Geldhäuser wie die Schweizer Großbank UBS, die Société Générale, die Santander, Credit Agricole, die Royal Bank of Scotland und die Bank of China. Neu hinzugekommen in diese Gruppe ist die US-Bank Morgan Stanley, die im Vorjahr noch einen höheren Kapitalpuffer vorhalten musste.

Klasse 2 – Morgan Stanley
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Die amerikanische Großbank Morgan Stanley landet auf Platz 11. Sie muss 1,5 Prozent Kapitalzuschlag vorhalten. Seit der weltweiten Finanzkrise konzentriert sich Morgan Stanley stärker auf die Vermögensverwaltung. Damit soll das Geschäft weniger schwankungsanfällig werden.

Klasse 2 – Mitsubishi UFJ FG (MUFG)
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Die Mitsubishi UFJ FG (MUFG) muss ebenfalls 1,5 Prozent Kapital als Zuschlag vorhalten. Zu der japanischen Holdinggesellschaft gehört die Bank of Tokyo-Mitsubshi UFJ. Die Bankengruppe gehört im japanischen Leitindex Nikkei neben Toyota, Toshiba und Sony zu den Schwergewichten. Japanische Banken wie die MUFG profitieren derzeit von der extrem expansiven Geldpolitik der japanischen Notenbank. Sie erzielen bessere Ergebnisse als ihre schwächelnden Konkurrenten in Europa.

Klasse 2 – Goldman Sachs
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Auch die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs wird als „systemisch“ eingestuft, sie muss 1,5 Prozent Kapitalzuschlag vorhalten. Im Sommer litt die Bank unter der Flaute an den Märkten. Ein florierendes Beratungsgeschäft bei Fusionen und Übernahmen (M&A) konnte das dritte Quartal nicht retten: Der Nettogewinn brach um mehr als ein Drittel ein.

Klasse 2 – Credit Suisse
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Die zweitgrößte Schweizer Großbank Credit Suisse gilt als gefährlicher als ihr Konkurrent UBS. Der neue Chef der Bank, Tidjane Thiam, baut das angeschlagene Institut derzeit kräftig um. Er kündigte eine Kapitalerhöhung, einen Sparplan und einen Vorstandsumbau an. Aufschlag: 1,5 Prozent.

Klasse 2 – Bank of America
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Das größte Kreditinstitut der USA, die Bank of America, landet auf Platz 7 (Aufschlag: 1,5 Prozent). Die Bank hat die Finanzkrise überstanden und schreibt inzwischen wieder schwarze Zahlen.

Klasse 3 – Deutsche Bank
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Die Deutsche Bank ist das einzige deutsche Geldhaus, das vom Finanzstabilitätsrat als systemrelevant eingestuft wird. Sie muss zwei Prozent Kapital vorhalten. Der britische Neu-Chef John Cryan greift momentan durch und zeigt mit einem umfangreichen Stellenabbau und dem Streichen der Dividende Härte.

Mit dem neuerlichen Milliardengewinn erntet UBS die Früchte des Strategieschwenks: Das Institut hatte nach der Finanzkrise früher als viele Wettbewerber begonnen, die Bank umzubauen und verstärkt auf das wachsende Vermögensverwaltungsgeschäft etwa in Asien gesetzt. Das kapitalintensive Investmentbanking wurde gestutzt. Auf diesen Pfad setzt nun auch die Erzrivalin Credit Suisse unter ihrem neuen Vorstandschef Tidjane Thiam. Auch andere internationale Geldhäuser wie die Deutsche Bank befinden sich im Umbau.

Dem schwierigen Marktumfeld im vierten Quartal konnte sich jedoch auch die UBS nicht ganz entziehen. Der Vorsteuergewinn im wichtigen Vermögensverwaltungsgeschäft schrumpfte im Jahresvergleich um 47 Prozent auf 344 Millionen Franken. Viele Kunden hatten sich angesichts der Börsenturbulenzen seit dem Sommer zurückgehalten. Zudem flossen in dem Bereich im Schlussquartal 3,4 Milliarden Franken an Kundenvermögen ab.

Zuflüsse aus Asien und der Schweiz konnten die Abflüsse in Europa und in den Schwellenländern nicht ausgleichen. Zudem trennt sich die UBS seit einigen Quartalen von jenen Geschäften, die nicht genug Profit abwerfen. In Amerika konnten die Schweizer in der Vermögensverwaltung mit einem Plus von knapp 17 Milliarden Dollar hingegen deutlich mehr Kundengelder an Land ziehen.

In der Investmentbank fiel der Vorsteuergewinn im Schlussquartal um 63 Prozent auf 80 Millionen Franken. Grund waren unter anderem geringere Gebühreneinnahmen im Beratungsgeschäft und bei Aktientransaktionen. Die Rückstellungen für Rechtsfälle lagen im vierten Quartal bei 365 Millionen Franken.

Für das laufende Jahr erwarte das Institut anhaltenden Gegenwind durch die niedrigen Zinsen, den starken Franken sowie das schwierige und volatile Marktumfeld. Dennoch halte die Bank an ihren Prognosen fest.

  • rtr
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