Schweizerische Privatbank eröffnet Filialen Julius Bär will in Deutschland stärker Fuß fassen

Die schweizerische Bank Julius Bär will das Geschäft mit wohlhabenden Privatkunden (Private Banking) in Deutschland ausbauen. Dazu eröffnet die Bank, die ihre Kunden bisher von der Schweiz aus betreute, nun auch hier zu Lande Standorte.

pot HB FRANKFURT. Den Anfang macht jetzt Frankfurt mit vier Beratern. Düsseldorf, Hamburg und Stuttgart sollen mit gleicher Personalstärke im ersten Quartal kommenden Jahres folgen.

Konkrete Umsatzziele wollte Raymond Bär, Chef des Verwaltungsrats der Schweizer Bank, gestern vor Journalisten in Frankfurt nicht nennen. Er betonte aber, Deutschland sei der wichtigste Auslandsmarkt für das Institut. Allerdings ist die Konkurrenz groß. Neben den traditionellen Platzhirschen, den Privatbanken vom Schlage Sal. Oppenheim und den deutschen Großbanken, drängen verstärkt ausländische Institute wie UBS, Credit Suisse oder ABN Amro nach Deutschland. „Der deutsche Markt für vermögende Privatkunden ist der größte in Europa“, begründete Gerhard Grebe, Vorstand der Julius Bär Deutschland AG, das Interesse. Als Kunden visiert Bär Privatpersonen mit einem liquiden Vermögen von mindestens einer halben Million Euro an, von denen es laut Grebe in Deutschland rund 750 000 gibt. Anders als UBS oder ABN Amro, die in den letzten Jahren deutsche Vermögensverwalter übernommen hatten, will Bär hier zu Lande aber nur aus eigener Kraft wachsen. „Zukäufe sind im Moment kein Thema“, betonte Bär.

Der Ausbau des Deutschlandgeschäfts ist Teil einer grundlegenden strategischen Neuorientierung der Bank. Anfang des Jahres gab die Familie Bär ihre Stimmrechtsmehrheit über die Bank auf. Zuvor hatten sich die Geschäfte eher mäßig entwickelt. Anfang September folgte der große Schlag: Für 5,6 Mrd. Franken kaufte die Bank dem Rivalen UBS drei schweizerische Privatbanken und den auf Hedge-Fonds spezialisierten Vermögensverwalter GAM ab. Im Gegenzug erhält UBS eine Beteiligung von 21,5 Prozent. Dies hatte Spekulationen ausgelöst, UBS könnte Bär später ganz übernehmen. Diese Vermutungen weisen beide Banken jedoch strikt zurück.

Bär war bis Ende der neunziger Jahre schon einmal in Deutschland im Private Banking aktiv. Wie auch die Konkurrenten hat der nach UBS und Credit Suisse drittgrößte Schweizerische Vermögensverwalter mittlerweile erkannt, dass das reine „offshore-banking“ – also die Betreuung ausländischer Kunden von der Schweiz aus – allein nicht ausreichend ist.

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