Schwer verdaulich
BayernLB will ungarische Tochter „filetieren“

Die BayernLB hat weiter mit Altlasten zu kämpfen. Gerade die ungarische Tochter MKB macht ihr zu schaffen. Um diese besser verkaufen zu können, soll sie nun zerlegt und teilweise in eine „Bad Bank“ ausgelagert werden.
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MünchenDie BayernLB zieht bei ihrer ungarischen Problem-Tochter MKB die Notbremse. Da sich das defizitäre Institut in seiner derzeitigen Größe nicht verkaufen lässt, zerlegen die Münchner das Geldhaus nun in seine Einzelteile. „Das soll dazu führen, dass die Bank kleiner und verdaulicher wird“, sagte der scheidende BayernLB-Finanzchef Stephan Winkelmeier am Mittwoch. Die bulgarische MKB-Tochter hat die BayernLB bereits mit Verlust verkauft, weshalb der Vorsteuergewinn im dritten Quartal fast um die Hälfte auf 54 Millionen Euro einbrach. Die rumänische MKB-Tochter soll in Kürze ebenfalls losgeschlagen werden.

Die BayernLB muss die MKB auf Druck der EU-Kommission bis 2015 verkaufen, was sich angesichts der mauen Wirtschaftsentwicklung und der harten Auflagen für Banken in Ungarn äußert schwierig gestaltet. Hinzu kommt, dass die MKB deutlich mehr Kredite vergeben hat, als sie Einlagen hat. Ein potenzieller Käufer müsste also nicht nur Kapital für die MKB hinlegen, sondern auch einen beträchtlichen Teil an Refinanzierungsmitteln beisteuern. „Das war bisher einer der wesentlichen Hinderungsgründe“, sagte Winkelmeier.

Er will deshalb ein Paket an langfristigen Krediten - vor allem an Unternehmen und für Gewerbeimmobilien - in eine Art "Bad Bank" auslagern. Das abgespaltene Institut würde kein Neugeschäft machen und das Portfolio über die Jahre Schritt für Schritt abbauen. Die verbliebene MKB-Kernbank, in der das Privat- und Firmenkundengeschäft in Ungarn gebündelt werden soll, sei gut aufgestellt und lasse sich alleine besser verkaufen, sagte Winkelmeier. Die ungarische Finanzaufsicht habe grundsätzlich grünes Licht gegeben, über den genauen Zuschnitt der Institute werde aber noch verhandelt.
Winkelmeier hofft, mit einem Verkauf der MKB-Kernbank auch die EU milde zu stimmen. „Wir haben mit der EU-Kommission vereinbart, uns aus dem Wettbewerbsumfeld in Ungarn zurückzuziehen“, betonte er. „Dort, wo wir auf einem Bestandsportfolio sitzen, wo kein Neugeschäft dazu kommt, sondern nur das Abschmelzen dieser Bestände, sind wir zuversichtlich, dass uns die EU-Kommission im Zweifelsfall auch einen Zeitraum einräumt, der ein wenig länger ist als bis 2015.“

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