Schwierige Marktsituation
Allianz schließt 50.000 Neu-Verträge ohne Garantiezins ab

Die Allianz reagiert auf die schwierige Marktlage für Versicherer und bietet Neukunden seit 2013 ein Vertragsmodell für Lebensversicherungen ohne Garantiezins an. Im ersten Jahr wurden so 50.000 neue Verträge verkauft.
  • 4

MünchenDie Allianz hat von ihren neuen Lebensversicherungen ohne Garantiezins im ersten Jahr mehr als 50 000 Verträge verkauft. Dabei habe der Absatz in den vergangenen Monaten weiter angezogen, teilte die Deutschland-Tochter von Europas größtem Versicherer am Donnerstag mit. Nachdem die Allianz von Juli bis Dezember 2013 rund 20 000 der neuartigen Verträge losgeschlagen hatte, waren es von Anfang bis Mitte 2014 weitere 30 000. Gut jeder dritte Kunde, der seit Januar ein privates Altersvorsorgeprodukt in Allianz-Agenturen abschloss, habe sich für einen der neuen Verträge entschieden.

Mehrere Versicherer reagieren mit neuen Vertragsmodellen auf die anhaltenden Niedrigzinsen an den Finanzmärkten. Denn diese machen es den Versicherern immer schwerer, die versprochenen Renditen für ihre Kunden zu erwirtschaften. Für Neukunden wird die klassische Lebensversicherung wegen sinkender Zinsgarantien immer unattraktiver.

Zugesichert werden bei den neuartigen Verträgen nur der Erhalt der eingezahlten Beiträge und später eine Mindestrente. Den Rest bestimmt das Umfeld an den Kapitalmärkten.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Schwierige Marktsituation: Allianz schließt 50.000 Neu-Verträge ohne Garantiezins ab"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Den Kunden (auch zukünftigen) kann ich nur empfehlen, die Bedingungen (Allianz Lebensversicherungs Bedingungen Stand 12.2013) genau zu lesen. Insbesondere den Punkt 1.1 (4) Maßgebende Rechnungsgrundlagen.

    Was wird dies wohl für die vielen Kunden in Zukunft bedeuten?

  • Nein, das ist eindeutig geregelt.

    Nachzulesen ist dies in § 89 Versicherungsaufsichtsgesetz.

    Einen Vorgeschmack auf die vielfältige Handhabung dieses Paragraphen haben wir aktuell erlebt, als den Lebensversicherten ihre Rechte an den Bewertungsreserven abgesprochen wurden. Da dies den Tatbestand der Untreue erfüllt, hat man dazu ein Gesetz geschaffen, dass diesen stzrafbaren Tatbestand legalisiert. Kein Vorstand braucht daher die Richter zu fürchten.

    Vergleichbares sahen wir im Prozess gegen die Vorstände der HSH, der jetzt "zu Ende" ging. Der Vorwurf der Bilanzfälschung ist zunächst vom Tisch, weil der Vorstand zwar nicht korrekt im Geist des Gesetzes aber dennoch vollkommen "legal" gehandelt hat.

    Hoffen wir, dass dem Lobbyismus jetzt die Schranken aufgezeigt werden und Anforderungen an die Parlamentarier formuliert werden. "Alternativlos" kann künfitg nicht mehr als Begründung für eigene Unfähigkeit gelten.

    Wir brauchen eine schärfere Kontrolle und Regierungen nach DDR-Schnittmuster müssen verboten werden.

  • D.h. also, dass die Vertreter der Allianz mit Kundenverträge abgeschlossen haben ohne diesen einen Ertrag zu versprechen und den Kunden gleichzeitig hohe Abschlussprovisionen in Rechnung stellen, die nach neuer Rechtslage auch weiterhin nicht bekannt gegeben werden.

    Weshalb verstoßen solche Verträge nicht gegen die guten Sitten?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%