Seltsame Namenswahl Chinesische Bank nennt sich „zufällig” Goldman Sachs

Goldman Sachs hat in China offenbar einen Namenszwilling. Ein Finanzunternehmen aus Shenzhen nutzt dieselben Zeichen wie die US-Großbank – „zufällig“, wie es heißt. Ein Einzelfall ist der dreiste Namensklau nicht.
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Goldman Sachs ist nicht das einzige Finanzunternehmen, dessen Name von anderen Finanzinstituten benutzt wird. Quelle: dpa
Goldman Sachs

Goldman Sachs ist nicht das einzige Finanzunternehmen, dessen Name von anderen Finanzinstituten benutzt wird.

(Foto: dpa)

PekingGoldman Sachs ist nicht gleich Goldman Sachs. In China wehrt sich ein Finanzinstitut gegen Vorwürfe, den Namen des US-Investmentriesen kopiert zu haben. Dabei nutzt Goldman Sachs Financial Leasing aus dem chinesischen Shenzhen auf Mandarin dieselben Schriftzeichen, wie sie auch die in New York ansässige Goldman Sachs Group in der Volksrepublik verwendet.

Ein Anruf bei der Firma in Shenzen wird von einer Empfangsdame entgegengenommen, die ihren Namen nicht bekanntgibt. Sie sagt, ihr Unternehmen habe keine Verbindung mit Goldman Sachs, wobei sie den Hinweis auf Shenzen im Namenszug hervorhebt. Es sei das erste Mal, dass sie darauf angesprochen werde, merkt die Dame am Telefon an.

„Wir haben den Namen zufällig ausgewählt, es ist nicht absichtlich derselbe”, sagte eine andere Mitarbeiterin der chinesischen Variante am Donnerstag telefonisch der Nachrichtenagentur AFP. Das Finanzinstitut habe mit der US-Bank Goldman Sachs nichts zu tun.

Das sind die Top-Investmentbanken der Welt
Platz 15: Mizuho Financial Group
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Die japanische Mizuho Financial Group landet mit Einnahmen von 584 Millionen Dollar im ersten Halbjahr 2015 auf dem 15. Platz nach Informationen des Finanzdatenanbieters Thomson Reuters.

Die Bank ist eine der 28 Großbanken, die vom Financial Stability Board (FSB) als „systemically important financial institution“ (systemisch bedeutsames Finanzinstitut) eingestuft wurden. Im Anleihengeschäft nahm die Bank allein 212 Millionen Dollar ein, 190 Millionen im Kreditgeschäft.

Platz 14: Jefferies
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Die US-amerikansiche Investmentbank Jefferies nahm im ersten Halbjahr 2015 insgesamt 647 Millionen Dollar ein. Besonders erfolgreich war man hier mit Aktien: Allein 206 Millionen Dollar wurden damit eingenommen. Der Hauptsitz befindet sich in New York.

Platz 13: BNP Paribas
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704 Millionen Dollar nahm BNP Paribas im ersten Halbjahr 2015 ein. Den größten Batzen davon generierte die französische Geschäftsbank im Anleihengeschäft: Alleine hier lagen die Erträge bei 333 Millionen Dollar.

Platz 12: UBS
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Die Schweizer UBS nahm im ersten Halbjahr 2015 937 Millionen Dollar an Gebühren im Investmentbanking ein. Alleine 408 Millionen Dollar davon stammen aus Aktiengeschäften. 251 Millionen wurden mit M&A-Beratungen erzielt. UBS zählt zu den weltweit größten Vermögensverwaltern.

Platz 11: HSBC
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Auf Platz elf folgt HSBC mit Erträgen von 949 Millionen Dollar. Der größte Anteil davon stammt aus Anleihe-Geschäften: 426 Millionen Euro wurden so generiert. Mit Krediten wurden 261 Millionen Euro eingenommen.

Platz 10: RBC
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Die Royal Bank of Canada (RBC) nahm 1,081 Milliarden Dollar ein. 348 Millionen davon wurden mit Anleihen erzielt, 276 Millionen Dollar mit Krediten.

Platz 9: Wells Fargo
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Wells Fargo nahm 1,2 Milliarden Dollar ein. 505 Millionen davon stammen aus Anleihe-Geschäften, 347 Millionen wurden mit Krediten erzielt. In diesem Bereich liegt die Bank mit Sitz in San Francisco weltweit auf Platz fünf.

Der freche Namensklau einer Bank betrifft in China nicht bloß Goldman. In einem noch dreisteren Fall war Anfang August ein 39-jähriger Mann aus der Provinz Shandong im Osten des Landes verhaftet worden, nachdem er eine falsche Filiale der China Construction Bank eröffnet hatte, komplett mit Kartenlesegeräten, Bankschaltern und Schildern, wie aus einem Bericht der Nachrichtenagentur Xinhua hervorgeht.

Eine Sprecherin der US-Investmentbank Goldman Sachs sagte der Nachrichtenagentur Bloomberg in Hongkong, mit der bereits seit 2013 tätigen chinesischen Bank in keiner Verbindung zu stehen. Die Angelegenheit werde überprüft. Laut Bloomberg wurde die Existenz der chinesischen Bank bekannt, nachdem sich eine US-Gewerkschaft für Kasino-Mitarbeiter an die Antikorruptionsbehörden in China gewandt hatten.

Die Mächtigen von Goldman Sachs
Gary Cohn
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Wer es an die Spitze von Goldman Sachs schafft, hat als Banker kaum noch Luft zur Karriere-Verbesserung. Der nächste logische Schritt? Die Politik. Diesen Weg geht nun Gary Cohn, die Vize-Chef der US-Investmentbank. Donald Trump hat ihn zu seinem wichtigsten Wirtschaftsberater ernannt. Cohn wird fortan den Nationalen Wirtschaftsrat („National Economic Council”) leiten. Übrigens ist er nicht der einzige Goldjunge, dem Donald Trump die Türen in die Politik öffnete.

Steve Mnuchin
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Der designierte Finanzminister der Trump-Regierung ist Steve Mnuchin. Er arbeitete 17 Jahre lang bei Goldman Sachs. Anschließend leitete er einen Hedgefonds. Die Investmentbank scheint ein solides Karrieretreppchen für künftige Finanzminister zu sein – Mnuchin ist der dritte Goldjunge, der seit den Neunzigern für den Job berufen wurde. Bill Clinton hatte Robert Rubin berufen, George W. Bush sich für Hank Paulson entschieden.

Steve Bannon
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Als rechter Hardliner machte sich Steve Bannon einen Namen. Seine Internetseite „Breitbart” gibt Ultrarechten eine Meinungsplattform. Sein Kommunikationstalent kam dem ehemaligen Goldman-Banker zugute – als Wahlkampfstratege verhalf er Trump zum Sieg. Im Januar 2917 wurde er Chef-Berater Trumps, hat seitdem aber mit einigem Machtverlust zu kämpfen.

Jose Manuel Barroso
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Ein Wechsel geht auch in die umgekehrte Richtung, wie der Fall des EU-Politikers Jose Manuel Barroso zeigt. Der frühere Präsident der Europäischen Kommission wird „Non-Executive Chairman“ bei der in London sitzenden Tochter Goldman Sachs International. Seine Funktion: Er soll dem Elite-Geldhaus bei der Beratung von Kunden helfen.

Anders Fogh Rasmussen
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Vor Barroso machte ein der hochrangigsten Sicherheitspolitiker des Westens die gleiche berufliche Umorientierung: Anders Fogh Rasmussen. Erst dänischer Regierungschef, dann bis 2014 Generalsekretär der Nato. Auch er ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Personalrochaden bei der amerikanischen Bank in beide Richtungen gehen. Rasmussen arbeitet als Berater für Goldman Sachs.

Robert Zoellick
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Robert Zoellick ist Träger des Bundesverdienstkreuzes: Als Mitarbeiter des US-Außenministeriums war er Chefunterhändler der Zwei-Plus-Vier-Verhandlungen zur deutschen Wiedervereinigung. Später arbeitete er unter anderem im Weißen Haus, bei der staatlichen Immobilienbank Fannie Mae und als Berater für die Investmentbank Goldman Sachs.

Unter US-Präsident George W. Bush kümmerte er sich um die Positionen der Regierung zum Welthandel und trat 2006 wieder in die Dienste von Goldman Sachs. Von Mitte 2007 bis Ende 2012 war er dann Präsident der Weltbank. Im Oktober 2013 gab Goldman Sachs bekannt, dass Zoellick Vorsitzender des internationalen Berater-Direktoriums der Bank werde. Das Gremium sondiere für Goldman-Kunden weltweit Geschäfts- und Investitionsmöglichkeiten.

Mario Draghi
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Als Chef der Europäischen Zentralbank hat der Italiener Mario Draghi den Höhepunkt seiner Karriere erreicht. Draghi hat eine lange Laufbahn als Geldverwalter hinter sich. Von 2006 bis 2011 war er Chef der italienischen Notenbank Banca d'Italia. Auch bei Goldman Sachs brachte er es weit: Von 2002 bis 2005 war er Vizepräsident bei Goldman Sachs in London. Er war damit Partner und hielt Aktien der Bank.

„Es gibt eine Reihe von Fällen, wo Privatpersonen oder Organisationen in China Marken eingetragen haben, von bestehenden und etablierten Marken im Ausland”, sagt Paul Haswell, Partner bei der Kanzlei Pinsent Masons in Hongkong.

Nimmt man die Vergangenheit als Richtschnur, sind die Chancen gering, dass die amerikanische Goldman ihren Doppelgänger in Shenzen aus dem Verkehr zieht. US-Basketballstar Michael Jordan etwa verlor einen Streit. Er hatte einen chinesischen Sportartikelhersteller verklagt, der seinen Namenszug in chinesischen Schriftzeichen verwendete.

„Es ist bekannt, dass ausländische Kläger es schwer haben, Gerichte in China davon zu überzeugen, dass eine Markenrechtsverletzung vorliegt”, führt Haswell aus. Noch immer überwiege die Praxis, dass diejenigen, die zuerst eine Registrierung beantragen, solche Verfahren gewinnen, beschreibt Haswell die aktuelle Lage.

  • afp
  • Bloomberg
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