Service für Banker
„Nein“ sagen verboten

Was tun Banken und Fondsgesellschaften alles, um ihren Kunden zu gefallen? Die Antwort kennt die Londoner Ten Group. Welche Wünsche das Concierge-Unternehmen seinen Kunden aus der Finanzwelt erfüllt.

LondonDie Vorgaben waren recht anspruchsvoll. Es sollte eine möglichst imposante Gruppe von Menschen sein, die den Mann am Flughafen in London Heathrow begrüßt. Sie sollten kreischen, stampfen und jubeln - kurzum: dem Ankommenden einen Empfang wie einem erfolgreichen Rockstar bereiten.

Dies war einer der ungewöhnlicheren Wünsche, die die Londoner Ten Group zuletzt erfüllen musste. „Ein Fondsmanager wollte damit einem seiner größten Investoren eine Freude bereiten“, erzählt Alex Cheatle, Chef des Unternehmens.

Die Ten Group zählt zu der wachsenden Zahl der Dienstleister, die die Reichen dieser Welt umsorgen und unterhalten - darunter zahlreiche Banker, Vermögensverwalter und ihre Kunden. Solche Firmen vermitteln Handwerker und Hausangestellte, kümmern sich um Auto-, Flugzeug- und Hauskauf. Und eines versuchen sie nach Möglichkeit zu vermeiden: Auf die Anfrage eines Kunden mit „Nein“ zu antworten.

Die Ten Group betreibt den Concierge-Service für Geldhäuser wie Barclays, Citigroup und UBS, die ihrer besonders zahlungskräftigen Klientel den Zugang zu den Diensten der modernen Butler verschaffen – als Teil ihres Kundenbindungsprogramms.

Erster Kunde einer neuen Online-Plattform ist die britische Privatbank Coutts, die auch Teile des Vermögens der Queen verwaltet und der quasi verstaatlichten Royal Bank of Scotland gehört. Wer dort monatlich mindestens 20.000 Pfund (umgerechnet 27.000 Euro) ausgibt und damit die exklusivste Coutts-Kreditkarte, die sogenannte „Silk Card“, besitzt, kann auf die Wunscherfüller zurückgreifen.

Branchenkreisen zufolge sind es viele Investmentbanker, die die nobelste Coutts-Kreditkarte haben und jetzt Zugang zu dem Online-Concierge bekommen. „Sie reisen viel, ihre Zeit ist knapp und sie arbeiten zudem in einem Umfeld, wo bestimmte Luxusprodukte und Statussymbole gang und gäbe sind“, erzählt Ten-Group-Chef Cheatle.

Der häufigste Wunsch aus der Finanzbranche: die Bitte nach einer Tischreservierung im gefragtesten Edelrestaurant der Stadt. „Und dann sollte es nicht irgendein Tisch sein, sondern der mit der besten Aussicht oder in der ungestörtesten Ecke“, so Cheatle.

Der Chef der Ten Group hat dabei neue Gegenspieler: „Wir konkurrieren mit Smartphone-Apps.“ Seine Mitarbeiter müssten daher die eher klassischen Wünsche der Kunden schneller und unkomplizierter als eine App erledigen. Und sich nebenbei um die etwas kurioseren Begehren kümmern – etwa einen Elefanten zu besorgen, der eine Braut zu ihrer Hochzeitsfeier bringt.

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