Skandalbank Hypo Alpe Adria
Versicherer sehen Vergleich auf wackeligen Beinen

Das Bundesland Kärnten hat sich mit Heta-Gläubigern auf die Grundsätze eines Vergleichs geeinigt. Sicher ist damit aber noch nichts, warnen deutsche Versicherungen. Ein Risiko sehen sie in den eingebrachten Klagen.

WienFür den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) steht der geplante Vergleich im Streit um die Krisenbank Heta nach wie vor auf wackeligen Beinen. „Es wäre verfrüht, davon auszugehen, dass der gordische Knoten damit bereits durchschlagen ist“, teilte der Verband am Mittwoch mit. Sollte das für den Sommer erwartete öffentliche Angebot von Kärnten in zentralen Fragen hinter den Erwartungen der Gläubiger zurückbleiben, bestehe nach wie vor die Gefahr, dass die für die Einigung notwendige Zweidrittelmehrheit nicht zustande komme.

Neben der Klärung von technischen Details sieht der GDV in den von deutschen Gläubigern eingebrachten Klagen ein Risiko für das Zustandekommen des Deals. Sollte das Gericht in Frankfurt ein Urteil gegen die Abbaugesellschaft Heta fällen und es anschließend zu einer Vollstreckung kommen, wäre die unterzeichnete Absichtserklärung hinfällig. Gleiches gelte für den Fall, dass die Europäische Kommission einen Verstoß gegen bestehende europäische Beihilferegeln sieht.

Das Bundesland Kärnten hat sich in der Vorwoche in einem zweiten Anlauf mit wichtigen Heta-Gläubigern auf die Grundsätze eines Vergleichs geeinigt. Auch bei dem nachgebesserten Angebot müssten Inhaber von erstrangigen Anleihen auf rund 20 Prozent ihrer Forderungen verzichten, teilte der GDV mit. Das liege an den Zinszahlungen, die seit März vergangenen Jahres ausgesetzt wurden und in dem vorliegenden Angebot keine Berücksichtigung fänden. Für die Besitzer von nachrangigen Anleihen wäre der Verlust mit über 50 Prozent noch höher, so der Verband.

Bei der Heta handelt es sich um eine der größten Banken-Abwicklungen in Europa. Kärnten hat Garantien für Heta-Anleihen von rund elf Milliarden Euro übernommen, ist nach eigenen Angaben aber nicht in der Lage, die Schulden vollständig zu begleichen. Die größten Gläubiger der Heta sind deutsche Banken und Versicherungen, darunter die Commerzbank, die Deutsche Pfandbriefbank, die Dexia -Kommunalbank Deutschland oder die FMS Wertmanagement, die Abwicklungsanstalt der Hypo Real Estate.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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