Skandinavische Banken
Talfahrt trotz Kapitalstärke

Die skandinavischen Banken weisen in Europa die beste Kapitaldecke auf. Und obwohl die Kreditinstitute gute Ratings aufweisen, sind ihre Aktienkurse gefallen. Experten zufolge liegt das an wählerischen Investoren.
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In den Jahren nach der Finanzkrise hatten sich die Aktien der sechs großen nordeuropäischen Banken – Nordea Bank AB, Danske Bank A/S, DNB ASA, Svenska Handelsbanken AB, SEB AB und Swedbank AB – besser entwickelt als die der Konkurrenz. Dahinter standen starke Kapitalpositionen und die Tatsache, dass die Banken kaum mit faulen Krediten zu kämpfen hatten. Doch mit den ehemaligen Bewertungen zu Höchstständen kommen sie nun aus der Mode.

Bei Swedbank und Handelsbanken sind die Kurse seit Dezember so sehr gefallen, dass sie inzwischen zu den Bank-Aktien mit der schlechtesten Entwicklung in Europa gehören – obwohl sie die am besten kapitalisierten Kreditinstitute sind.

Laut Finanzanalyst Mads Thinggaard von Handelsbanken in Kopenhagen verbessern sich die Aussichten für die Branche im Allgemeinen – und das schmälert den relativen Vorteil, den skandinavische Banken lange hatten. „Wir können beobachten, dass die Erwartungen für die Eigenkapitalrenditen europäischer Banken viel schneller steigen als die für die großen nordischen Banken. Von daher könnten sie überholt werden“, meint Thinggaard. „Es gibt das Risiko eines Ausverkaufs bei den nordischen Banken, und dass Investoren auf Banken südlich von Dänemark umsteigen.“

In diesem Jahr hat die Swedbank-Aktie rund fünf Prozent verloren. Das machte die Titel des Finanzinstituts nicht nur zur schlechtesten Bank-Aktie im Norden, sondern auch zur zweitschlechtesten in ganz Europa, nach der Banco Popular Espanol. Letztere muss sich möglicherweise bis zu vier Milliarden Euro an frischem Kapital besorgen. Zum Vergleich: Swedbank hat in Europa die zweithöchste Quote aus hartem Kernkapital (CET1) im Verhältnis zu den risikogewichteten Aktiva.

Handelsbanken verfügt über die höchste CET1-Quote in Europa, kommt im bisherigen Jahresverlauf jedoch auf einen Kursverlust von rund zwei Prozent – während der Bloomberg-Index für Europas Finanzaktien rund acht Prozent zulegen konnte.

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