Smartphone-Bank
N26 plant Markteintritt in den USA

Die digitale Bank N26 will ab Mitte 2018 den amerikanischen Markt erobern und US-Kunden ein Girokonto anbieten. Es soll den Leistungen für europäische Kunden ähneln. Doch einen Unterschied gibt es in punkto Banklizenz.
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FrankfurtDie Smartphone-Bank N26 will ab Mitte 2018 in den US-Markt eintreten und Kunden dort ein Girokonto mit Karte, Überweisungen, Barabhebungen sowie einem speziellen Kundenbindungsprogramm anbieten. Nach Angaben des Berliner Finanztechnologie-Start-ups können sich US-amerikanische Kunden ab sofort in eine Warteliste eintragen. „Die USA sind ein spannender Markt für N26, der uns große Möglichkeiten eröffnet“, kommentierte Gründer und Geschäftsführer Valentin Stalf.

N26 gehört zu den wenigen Fintechs, die sich als Konkurrenten zu etablierten Banken und Finanzdienstleistern positionieren. Anfang 2015 haben die Berliner ihr digitales Girokonto zunächst unter dem Namen „Number 26“ an den Markt gebracht und Mitte 2016 eine eigene Vollbanklizenz der Finanzaufsicht Bafin erhalten. Bereits vor zwei Monaten wurde europaweit die Marke von 500.000 Kunden gemeldet und zugleich eine neue TV-Kampagne gestartet. Kürzlich ist mit Revolut eine weitere Smartphone-Bank in Deutschland gestartet. Daneben haben etwa Kontist und Transferwise ähnliche Angebote speziell für Firmenkunden.

Durch die Expansion werde N26 zu einer globalen mobilen Bank, so Stalf. „Überall auf der Welt sind Kunden offen für ein neues Banking-Erlebnis. Das Nutzerverhalten bei Millennials hat sich stark in Richtung mobil verändert.“ Der Sitz der N26 Inc. werde in New York sein. Um die regulatorischen Rahmenbedingungen in den USA zu erfüllen, will N26 seine Dienstleistungen dort über eine Partnerbank anbieten. Welche Bank das sein wird, gibt das Start-up allerdings noch nicht preis. In Deutschland hatte es vor dem Erhalt seiner eigenen Banklizenz mit der Wirecard zusammengearbeitet.

In den vergangenen Monaten hat N26 regelmäßig neue Funktionen seiner App präsentiert und sein Angebot mit Hilfe von Kooperationspartnern immer weiter in Richtung einer vollwertigen Bank ausgebaut. So können N26-Kunden seit Mai ihre Einlagen auch in Festgeld investieren. Ermöglicht wird das durch eine Kooperation mit dem Zinsportal Weltsparen. Dieses schafft den Kontakt zu Banken im EU-Ausland, die höhere Zinsen zahlen als die meisten hiesigen Institute. Noch in diesem Jahr soll auch ein Tagesgeld-Angebot folgen.


Seit Juni können Kunden über die N26-App zudem ihre Versicherungen verwalten. Hierbei hilft das Insurtech – also ein Start-up für Versicherungstechnologie – Clark. Im Juli wurde dann das Kreditangebot erweitert. Zwar konnten schon zuvor Kredite bei N26 beantragt werden, dank einer Kooperation mit dem Kreditmarktplatz Auxmoney wurde das Angebot aber erweitert und richtet sich inzwischen auch an Selbstständige, Freiberufler und Studenten – also Personen mit tendenziell schwächeren Bonitäten. Bereits seit vergangenem Jahr bietet N26 mithilfe von Vaamo auch eine digitale Vermögensverwaltung an, daneben sind dank Transferwise Überweisungen ins Ausland möglich.

Aktuell ist N26 in 17 europäischen Ländern aktiv. Einen weißen Fleck auf der Landkarte bildet bisher noch Großbritannien. „Wir wollten zunächst abwarten, wie sich die Brexit-Verhandlungen entwickeln“, erklärte Stalf kürzlich gegenüber dem Handelsblatt. Investoren haben bereits mehr als 55 Millionen Dollar in N26 gesteckt.

Handelsblatt-Finanzkorrespondentin Katharina Schneider.
Katharina Schneider
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin

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