So, 14.09.2008, 23:27
Heftige Turbulenzen in US-Finanzwelt - Angst vor neuer Schockwelle

Neue dramatische Turbulenzen an der Wall Street: Der Überlebenskampf der US-Investmentbank Lehman Brothers hat zum Wochenstart weltweit Ängste vor neuen Schockwellen an den Finanzmärkten angeheizt.
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So, 14.09.2008, 23:27Neue dramatische Turbulenzen an der Wall Street: Der Überlebenskampf der US-Investmentbank Lehman Brothers hat zum Wochenstart weltweit Ängste vor neuen Schockwellen an den Finanzmärkten angeheizt. Unterdessen verhandelt der Finanzkonzern Bank of America laut einem Zeitungsbericht mit der kriselnden drittgrößten US-Investmentbank Merrill Lynch über einen Zusammenschluss.

Trotz eines Krisengipfels von US-Regierung und führenden Banken schwanden die Chancen auf eine Rettung von Lehman Brothers zuletzt zusehends. Mögliche Käufer der viertgrößten US-Investmentbank zogen wegen unkalkulierbarer Risiken ihre Angebote zurück. Finanzminister Henry Paulson schloss die zuvor in anderen Fällen geleisteten Staatshilfen aus. Dem britischen Sender BBC zufolge liefen am Sonntagabend bereits Vorbereitungen für ein Insolvenzverfahren von Lehman Brothers.

Die Bank of America galt zuletzt auch als möglicher Käufer von Lehman Brothers. Da dieser Plan aber gescheitert sei, wende sich die Bank nun Merrill Lynch zu, berichtete das «Wall Street Journal» am Sonntagabend unter Berufung auf Insider. Merrill Lynch kämpft ähnlich wie Lehman mit Milliardenverlusten und einem massiven Kurssturz, wenngleich die Probleme laut Experten noch nicht so drastisch sind.

Mit dem 158 Jahre alten Traditionshaus Lehman Brothers steht binnen sechs Monaten bereits die zweite der einst fünf unabhängigen US-Investmentbanken vor dem Scheitern. Im März war der kleinere Konkurrent Bear Stearns in einem Notverkauf an den Finanzkonzern J.P. Morgan Chase gegangen.

Unterdessen brechen in der US-Finanzbranche immer neue Krisenherde auf. Vom angeschlagenen größten US-Versicherer AIG wird für Montag die Ankündigung von scharfen Sanierungsmaßnahmen erwartet. Dabei könnten Konzernteile wie das Flugzeugleasinggeschäft zum Verkauf stehen, berichtete das «Wall Street Journal».

Zudem gilt die größte US-Sparkasse Washington Mutual wegen enormer Probleme als Übernahmekandidat. Den kriselnden Finanzkonzernen machen allen die zuletzt heftig eingebrochenen Aktienkurse zu schaffen. Eine Pleite von Lehman würde ihre Lage noch dramatisch verschärfen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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