Société Générale
Großbank erleichtert Gaddafi um viel Geld

Der libysche Staatsfonds versuchte vor dem Bürgerkrieg, die Öleinnahmen gewinnbringend anzulegen - und verlor dabei Milliarden. Die Société Générale verleitete Gaddafis Geldmanager zu einem teuren Fehlgriff.

Muammar al-Gaddafis Anlagemanager hatten offenbar kein glückliches Händchen: Der libysche Staatsfonds investierte laut einem Zeitungsbericht eine Milliarde Dollar in die französische Großbank Société Générale - und verlor einen Großteil davon. Vor wenigen Tagen war bereits bekannt geworden, dass der Fonds, der die Öleinnahmen des Landes verwaltet, durch ein Geschäft mit Goldman Sachs einen Milliardenverlust erlitten hatte.

Die britische "Financial Times" berichtete nun unter Berufung auf interne Unterlagen über das misslungene Investment in die Société Générale. Demnach vereinbarten beide Seiten das Geschäft im März 2008 - nur einen Monat, nachdem bekannt geworden war, dass die Bank rund fünf Milliarden Euro durch die Spekulationen ihres Händlers Jerome Kerviel verloren hatte. Die Bank suchte damals Investoren, um ihre Bilanz zu stärken.

Für Gaddafis Geldmanager schien die Gelegenheit günstig, da der Aktienkurs des zweitgrößten Finanzinstituts Frankreichs infolge des Skandals am Boden lag. Die Banker lockten den Staatsfonds mit den anhaltenden Marktgerüchten, in denen die Société Générale als Übernahmekandidat gehandelt wurde - mit entsprechenden Kursphantasien.

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