Sonderzahlung an Unicredit
HVB verpasst Konzernmutter Milliardenspritze

Die Hypo-Vereinsbank bleibt die Stütze der italienischen Unicredit. Die Geschäfte der Münchner liefen so gut, dass sie weit mehr als geplant an die Konzernmutter überweisen konnten. Ein Sondereffekt half dabei.
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München/WienDie Hypo-Vereinsbank wird für ihre italienische Mutter Unicredit immer mehr zum Anker in schwierigen Zeiten. Dank des Aufschwungs an den Märkten bauten die Münchner ihren Gewinn im vergangenen Jahr um ein Drittel auf 1,3 Milliarden Euro aus. Da die HVB ein dickes Kapitalpolster hat und sich die Kreditnachfrage in Grenzen hält, überweist die HVB neben der regulären Ausschüttung von 1,5 Milliarden Euro auch eine Sonderdividende von einer Milliarde an ihre Mutter in Mailand. „Angesichts einer Kernkapitalquote, die auch nach Dividende mit 17,4 Prozent den höchsten Wert in unserer Unternehmensgeschichte erreicht, ist die Ausschüttung betriebswirtschaftlich richtig“, sagte Bankchef Theodor Weimer am Montag.

Ein Teil des guten Jahresergebnisses ist auf einen Sondereffekt in Höhe von rund 400 Millionen Euro im ersten Quartal zurückzuführen. Belastet wurde die Bank von dem niedrigen Zinsniveau, der Zinsüberschuss ging um 16,3 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro zurück. Für das laufende Jahr zeigte sich Weimer am vorsichtig. Das wirtschaftliche Umfeld in Europa bleibe sehr unsicher.

Mit der Überweisung an Konzernmutter Unicredit reagiert die HVB auch auf strengere Auflagen der Finanzaufsicht Bafin, die ausländischen Banken untersagt, zu viel Liquidität von ihren deutschen Töchtern abzuziehen. Unicredit kann deshalb seit einiger Zeit nicht mehr frei auf die Gelder der HVB zuzugreifen, obwohl sie die Mittel dringender bräuchte als ihre deutsche Tochter. Die größte italienische Bank leidet unter der Rezession in ihrem Heimatmarkt und machte wegen Rückstellungen für faule Kredite 2012 lediglich einen Gewinn von 865 Millionen Euro.

Auch bei der HVB, bei der das Investmentbanking der Gruppe gebündelt ist, hat sich die Risikovorsorge im Kreditgeschäft angesichts der Wirtschaftsabkühlung nahezu verdreifacht auf 727 Millionen Euro. Das Münchner Institut konnte die Belastungen dank des florierenden Handels aber locker wegstecken. Die Europäische Zentralbank hat mit ihrem Versprechen, kriselnde Euro-Länder zu unterstützen, 2012 für Erleichterung an den Börsen gesorgt und damit auch der HVB Rückenwind beschert. Das Handelsergebnis der Bayern stieg in der Folge – und dank Sondereffekten – auf 1,19 Milliarden Euro nach 190 Millionen Euro vor Jahresfrist.

Vor Steuern verdiente die HVB im vergangenen Jahr gut zwei Milliarden Euro und damit 600 Millionen Euro mehr als der Branchenprimus Deutsche Bank, der mit hohen Kosten für den Konzernumbau und Rechtsstreitigkeiten zu kämpfen hat. Die HypoVereinsbank verpasst sich derzeit ebenfalls eine neue Struktur und baut vor allem das schwächelnde Privatkundengeschäft um - im vergangenen Jahr fielen dafür Kosten von gut 100 Millionen Euro an.

Die Bank mit gut 19.000 Mitarbeitern will die Segmente für normale Privatkunden und reiche Klienten zusammengelegen. Zudem sollen rund 35 Filialen geschlossen werden, weil immer mehr Kunden ihre Bankgeschäfte im Internet erledigen. Im Rahmen des Umbaus werden bei der HVB rund 1.000 Stellen wegfallen. Da die Bank in anderen Bereichen parallel 200 bis 300 neue Mitarbeiter einstellt, wird es unter dem Strich etwa 800 Stellen weniger geben, wie UniCredit bereits am Freitag mitgeteilt hatte.

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