Sorge in Berlin
Merkel attestiert Deutscher Bank Schwierigkeiten

Die deutsche Kanzlerin hat sich zurückhaltend zu den Problemen der Deutschen Bank geäußert. Sie wünsche sich, dass alle Unternehmen, auch wenn es temporäre Schwierigkeiten gebe, eine gute Entwicklung nehmen.
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BerlinKanzlerin Angela Merkel hat sich zurückhaltend über die Lage der Deutschen Bank und möglichen Staatshilfen geäußert. „Zur Deutschen Bank möchte ich nur soviel sagen, dass die Deutsche Bank ein Teil des deutschen Banken- und Finanzsystems ist“, sagte die CDU-Politikerin am Dienstag in Berlin auf die Frage, ob sie besorgt sei, dass der Staat eingreifen müsse. „Und dass wir uns natürlich wünschen, dass alle Unternehmen, auch wenn es temporäre Schwierigkeiten gibt, eine gute Entwicklung nehmen.“

Darüber hinaus wolle sie das Thema nicht kommentieren. Merkel wollte sich bereits vor zehn Tagen nicht zu Berichte über die Deutsche Bank äußern.

Die Deutsche Bank hatte am Montag ein Treffen von Bank-Chef John Cryan mit Merkel nicht weiter kommentieren. Ein Insider betonte aber, dass das Gespräch im Juli stattgefunden habe und damit lange bevor die zweistellige Milliardenforderung der US-Justiz durchsickerte. Damals sei es vor allem um die Auswirkungen des Brexit-Votums der Briten gegangen. Cryan habe zu keiner Zeit die Kanzlerin gebeten, im US-Hypothekenstreit zu intervenieren, betonte eine Sprecherin. Staatshilfen stünden nicht zur Debatte, hatte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag gesagt.

Der CDU/CSU-Obmann des Finanzausschusses des Bundestages, Hans Michelbach, sagte gegenüber Bloomberg News: „Dass wir der Deutschen Bank mit Steuergeldern helfen, ist nicht vorstellbar.“ Denn Staatshilfen würden einen öffentlichen Aufschrei verursachen und die Politik würde an Glaubwürdigkeit verlieren. Die Deutsche Bank sei nicht mit der Pleitebank Lehman vergleichbar. Sie sei in der Lage, „allein die Kurve“ zu kriegen.

„Der Bundesregierung ist generell bekannt, dass sich das US-Justizministerium in der Vergangenheit auch mit anderen Kreditinstituten auf Vergleichszahlungen geeinigt hat“, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert. „Und die Bundesregierung geht davon aus, dass auch in diesem Verfahren auf der Grundlage der Gleichbehandlung ein faires Ergebnis erzielt wird.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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