Sovency II: Versicherungsaufsicht attestiert Branche Stärke

Sovency II
Versicherungsaufsicht attestiert Branche Stärke

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FrankfurtDie europäischen Versicherer haben genügend Eigenkapital.

Die fünfte und letzte Auswirkungsstudie (QIS5) für das „Solvency II“-Regelwerk habe gezeigt, dass die Versicherer und Rückversicherer auch mit den neuen Vorschriften und trotz der schwierigen Marktlage auf eine gesunde finanzielle Basis bauen könnten, erklärte die neue Aufsichtsbehörde EIOPA in Frankfurt. Der Wertverlust ihrer Anlagen in der Finanzkrise hatte die Versicherer hart getroffen.

„Solvency II“, das zu einer besseren Risikoeinschätzung der Versicherer führen soll, tritt Anfang 2013 in Kraft. Die 167 Teilnehmer an der QIS5-Studie hätten insgesamt 676 Milliarden Euro mehr Kapital zur Verfügung als sie mindestens brauchten, um die Aufseher nicht unmittelbar auf den Plan zu rufen, erklärte die Behörde. Sie lägen 395 Milliarden Euro über der Schwelle, bei deren Unterschreiten die Aufsicht eingreifen kann. Das sei zwar weniger als nach dem geltenden, weniger am Risiko orientierten „Solvency I“-Standard. Dieses Minus könnten die Versicherer aber fast komplett wettmachen, indem sie auf neue Kalkulationsmodelle umstellten und Übergangsregelungen nutzten. Der Probelauf war im November abgeschlossen worden.

Die deutsche Versicherungswirtschaft hatte massiv Kritik an den neuen Regeln geübt. Die Versicherer hierzulande haben den Test nach Auffassung des Branchenverbandes GDV bestens bestanden und die Kapitalanforderungen deutlich übertroffen. Sie meldeten trotzdem Nachbesserungsbedarf an. GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg von Fürstenwerth hatte von „Chaos“ gesprochen, wenn Solvency II wie geplant in Kraft träte.

EIOPA räumte ein, dass die geforderten Werte vor allem für Sach- und Katastrophenversicherungen noch nachjustiert werden müssten. Grundsätzlich zeige QIS5 aber, dass das System richtig aufgesetzt sei. Auch an der Komplexität der Modelle, die vor allem von kleinen deutschen Versicherern gerügt worden war, soll noch gearbeitet werden. In Deutschland ist der Markt weit zersplitterter als anderswo. Die EU hatte Übergangsfristen von bis zu zehn Jahren für die Umsetzung von Solvency II in Aussicht gestellt.

Die EIOPA dagegen mahnte Augenmaß an. Die Fristen dürften nicht zu lang sein, um der Branche genügend Anreiz für die Einführung zu geben. EIOPA-Chef Gabriel Bernardino hatte in einem Reuters-Interview gesagt, die Versicherer bekämen zur Umstellung ausreichend Zeit. Er erwarte wegen Solvency II keine Flut von Kapitalerhöhungen. „Alles in allem ist die Branche gut kapitalisiert.“ Einzelne Versicherer könnten aber mehr Kapital brauchen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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