Späte Anlegerinformation
Bafin prüft Ad-hoc-Verstöße bei VW und Daimler

Neues Ungemach für die Automobilkonzerne Volkswagen und Daimler: Die Finanzaufsicht Bafin prüft, ob die Unternehmen Anleger über ihre Selbstanzeige wegen möglicher Kartellverstöße hätten informieren müssen.
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FrankfurtDer Kartellskandal deutscher Automobilkonzerne könnte noch ein teures Nachspiel für die Autobauer Daimler und Volkswagen haben: Die deutsche Finanzaufsicht Bafin untersucht, ob die beiden Autobauer die Anleger über die von ihnen gestellten Selbstanzeige informieren hätten müssen. „Wir prüfen, ob VW und/oder Daimler im Zusammenhang mit den mutmaßlichen Selbstanzeigen die Ad-hoc-Pflicht beachtet haben“, sagte eine Bafin-Sprecherin dem Handelsblatt auf Anfrage.

Aktiengesellschaften müssen Anleger zeitnah über kursrelevante Nachrichten über eine Pflichtmitteilung (Ad-hoc-Mitteilung) informieren. Doch über ihre Selbstanzeige haben die beiden Autokonzerne Anleger überhaupt nicht selbst informiert. Erst ein Medienbericht machte den Kartellverdacht und die Selbstanzeigen publik.

Pech für Volkswagen und Daimler: Im vergangenen Juni hat sich die Rechtslage verändert, seither sieht die Marktmissbrauchsverordnung deutlich höhere Bußgelder für Ad-hoc-Verstöße vor. Gegen juristische Personen wie etwa Unternehmen können seither Bußgelder von bis zu 2,5 Millionen Euro oder von zwei Prozent des gesamten Vorjahresumsatzes verhängt werden. Davor lag die mögliche Höchstbuße bei einer Millionen Euro. Das bislang höchste Bußgeld wegen Ad-hoc-Verstößen hatte die Deutsche Bank im Mai zahlen müssen: 550.000 Euro. Das Bußgeld wurde allerdings noch auf Basis der alten Rechtslage ermittelt.

Kommentare zu " Späte Anlegerinformation: Bafin prüft Ad-hoc-Verstöße bei VW und Daimler"

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  • Herr Zetsche hat meine e-mail ignoriert.

    Nachdem ich erfahren habe, dass Daimler sich evtl. selbst angezeigt hatte, schrieb ich eine e-mail an Daimler und forderte Herr Zetsche auf, innerhalb von 24 Stunden eine Ad hoc Mitteilung über den Sachstand zu veranlassen, weil der Kleinaktionär gerne wüsste woran er sei.

    Daimler hat mich ignoriert - dies holt jetzt die Bafin nach !!

    Dumm nur , egal was passiert, es kostet mich mein Geld !!!

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