Spanische Bank
Bankia soll 800 Millionen Euro Kaution zahlen

Innerhalb eines Monats soll das spanische Finanzinstitut Bankia und ihr ehemaliger Chef Rodrigo Rato eine Kaution in Höhe von 800 Millionen Euro zahlen. Es geht um den Börsengang des Unternehmens.
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MadridIm Zusammenhang mit Ermittlungen zum Börsengang des spanischen Finanzinstituts Bankia müssen die Bank und ihr ehemaliger Chef Rodrigo Rato eine Kaution von 800 Millionen Euro hinterlegen. Die Summe müsse binnen eines Monats von Bankia, deren Mutterhaus BFA und vier ehemaligen Verantwortlichen - darunter Rato - "gemeinsam" gezahlt werden, ordnete der spanische Richter Fernando Andreu am Freitag an. Werde die Zahlung nicht geleistet, werde gepfändet.

Rato, ehemaliger spanischer Wirtschaftsminister, war von 2004 bis 2007 Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF). Von 2010 bis 2012 stand er der Großbank Bankia vor. Andreu untersucht die Umstände des Börsengangs von Bankia im Juli 2011. Die Bank und die vier ehemaligen Verantwortlichen sollen die Bücher im Vorfeld des Börsengangs gefälscht haben.

Die Großbank war Ende 2010 unter ebenfalls fragwürdigen Umständen durch den Zusammenschluss von sieben angeschlagenen Sparkassen entstanden. Ein knappes Jahr später war sie fast bankrott und musste mit 24 Milliarden Euro vom Staat gerettet werden. Damit wurde ein neues Kapitel in der spanischen Bankenkrise eingeläutet, in deren Folge das Land 41,4 Milliarden Euro von internationalen Gläubigern bekam, um einen Kollaps des gesamten Bankensektors zu verhindern.

Bankia und mehrere ehemalige Manager stehen auch im Mittelpunkt anderer Skandale. Rato war im Oktober in einer Affäre um schwarze Kreditkarten bei Bankia zum Beschuldigten erklärt worden. Die Staatsanwaltschaft wirft Rato und dutzenden weiteren Persönlichkeiten Spaniens vor, zwischen 1999 und 2012 über schwarze Kreditkarten der Caja Madrid und der aus ihr und mehreren Sparkassen hervorgegangenen Großbank Bankia etwa 15,5 Millionen Euro für private Zwecke ausgegeben zu haben. Medienberichten zufolge leisteten sich die Besitzer der Karten unter anderem Safaris, teure Kleidung sowie Gemälde und hoben hohe Geldbeträge ab.


afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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