Spanische Bank
Santander schließt rund jede sechste Filiale

Santander verleibt sich seine Tochter Banesto ganz ein und nutzt weitere Synergien aus dem Zusammenschluss. Die Aktionäre werden ausbezahlt.
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Die spanische Bank Santander will sich die Tochter Banesto nun ganz einverleiben. Bisher schon hatte sie eine Anteil von 89,74 Prozent an der Bank, nun will sie den Minderheitsaktionären ihre restlichen 10,26 Prozent abkaufen. Die Anteilseigner erhalten für ihre Aktien einen Aufschlag von 24,9 Prozent.

Mit diesem letzten Schritt soll die Fusion der Banken laut Angaben von Santander im Mai kommenden Jahres abgeschlossen sein. Das Geldinstitut verspricht sich insgesamt Synergien von 520 Millionen Euro, die unter anderem durch eine starke Reduzierung des Filialnetzes erreicht werden sollen. So soll deren Zahl von derzeit 4.667 um 700 Filialen gedrückt werden. Ob diese Maßnahme auch mit dem Abbau von Stellen einhergeht, darüber äußerte sich die Bank nicht.

Die Börse jedenfalls reagierte mäßig auf die Nachricht, an der Börse in Frankfurt gaben die Aktien des Geldinstituts um 1,35 Prozent nach.

Banco Santander war 2011 das nach Marktwert drittgrößte Geldinstitut der Eurozone und gilt als eine der solidesten spanischen Banken. Im erst kürzlich abgeschlossenen Stresstest durch die Berater von Oliver & Wyman schnitt die Bank gut ab. So sei das Institut das einzige, das die strengeren Kapitalvorschriften auch im schwierigsten Szenario bis zum Jahr 2014 erreichen werde - und das ohne staatliche Hilfe.

Dennoch ist auch Santander stark gebeutelt von der spanischen Immobilienkrise - die spanischen Institute haben jahrelang Kredite zu Schleuderpreisen vergeben - oft an Menschen, die sich diese Kredite nicht leisten konnten. Die Quittung bekommen sie seit einiger Zeit: Viele Schuldner können das geliehen Geld nicht mehr zurückzahlen und die Immobilien haben stark an Wert verloren.

So musste Santander in den ersten drei Quartalen des Jahres wegen der Abschreibung fauler Immobilienkredite einen Gewinneinbruch von 66 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro hinnehmen.

Dana Heide ist Korrespondentin in Berlin.
Dana Heide
Handelsblatt / Korrespondentin

Kommentare zu " Spanische Bank : Santander schließt rund jede sechste Filiale"

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  • Wieder einmal ein schwach recherchierter Artikel. Neben Santander sind bei Oliver Wyman und Roland Berger auch BBVA und CaixaBank als unzweifelhaft im Stressszenario genannt. Danach folgen jede Menge Banken, die Probleme bekommen könnten. Richtig problematisch sind die wenigstens. Insgesamt werden 2/3 der spanischen Bankenlandschaft als eher gesund dargestellt.

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