Spanische Großbank
Santander enttäuscht mit Gewinneinbruch

Mit einem Nettogewinn von 3,5 Milliarden Euro im ersten Halbjahr verfehlt die spanische Großbank Santander die Prognosen der Analysten deutlich. Eine hohe Rückstellung hat dem Institut das Ergebnis verhagelt.
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Eine hohe Vorsorge für Schadenersatzforderungen in Großbritannien schlägt Santander auf den Halbjahresgewinn. Das größte Geldhaus der Eurozone teilte am Mittwoch mit, einen Sonderfonds über 620 Millionen Euro gebildet zu haben, der für Kundenentschädigungen in Großbritannien vorgesehen ist. 

Dort hatte ein Gericht die Praxis der Banken beim Verkauf von Restschuldversicherungen als unrechtmäßig befunden und Kunden Recht gegeben, sie sich übervorteilt fühlten. Deswegen haben britische Banken wie Lloyds und Barclays bereits Milliarden-Rückstellungen gebildet. 

Der Nettogewinn von Santander rutschte im ersten Halbjahr um 21 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro ab. Ohne diese wäre der Gewinn um 7,3 Prozent auf 4,12 Milliarden Euro gesunken. Analysten hatten dagegen mit 4,15 Milliarden gerechnet. 

Zulegen konnten die Spanier dagegen bei den Erträgen punkten - diese legten um sechs Prozent auf 22,1 Milliarden Euro zu. Hier profitierte die spanische Bank von ihrer weltweiten Präsenz. So konnten die Schwäche in Europa durch ein boomendes Geschäft in Lateinamerika und die Erholung in den USA ausgeglichen werden. 

In Zeiten der Finanzkrise galt Santander als Vorzeigebank. Während andere Institute Milliarden Euro abschreiben und teils sogar um staatliche Hilfe betteln mussten, ging die derzeit größte Bank der Eurozone auf Einkaufstour. 

Derzeit scheint es, die Bank werde in Sippenhaft genommen, für die Probleme ihres Heimatlandes – und dass, obwohl nur 13 Prozent der Gewinne aus dem Spanien-Geschäft stammen. Der Aktienkurs fiel von 10,80 Euro auf dem Höhepunkt der Schuldenkrise im Mai 2010 auf aktuell 7,47 Euro, wobei 1,5 des Abschlags auf den heutigen tag zurückgehen. Auch hatte das Institut zuletzt Probleme, sich am Kapitalmarkt zu refinanzieren.

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