Sparkasse
Dauerstreit in Düsseldorf

Der Konflikt um die Ausschüttung der Stadtsparkasse ist gelöst. Doch jetzt gibt es anderer Stelle Zoff. Der Vertrag eines Vorstands wird nicht verlängert. Das entschied der Verwaltungsrat – mit ganz knapper Mehrheit.

Frankfurt Erst vor wenigen Tagen gab es im Streit um die Ausschüttung der Stadtsparkasse Düsseldorf endlich eine Einigung. Anderthalb Jahre dauert der Konflikt um die Frage, wie viel die Stadt von der Sparkasse bekommt, jetzt schon. Die Einigung sieht vor, dass das Geldhaus dass das Geldhaus für die Jahre 2014 und 2015 insgesamt rund 25 Millionen Euro an die Stadt ausschütten soll.

Darauf verständigte sich der Verwaltungsrat, entscheiden muss noch der Stadtrat. Die in Deutschland einmalige Auseinandersetzung schien damit beigelegt.

An anderer Stelle allerdings schwelt der Streit weiter. Denn der Verwaltungsrat, in dem Vertreter der Stadtrat-Parteien sowie der Arbeitnehmer sitzen, hat ein neues Thema zum Zoffen gefunden. Am Dienstag entschied das Gremium mit einer Stimme Mehrheit, dass der Vertrag von Risikovorstand Martin van Gemmeren, der Ende März 2017 ausläuft, nicht verlängert wird.

Bis zum Vertragsend ist zwar noch etwas Zeit, aber es wäre durchaus üblich, dass van Gemmerens Vertrag jetzt erneuert wird. Ein Teil des Verwaltungsrats – es sind fast dieselben Fronten wie im Ausschüttungsstreit – wollte die Vertragsverlängerung jetzt durchboxen.

Verwaltungsratsmitglieder von CDU und Linken, beide Opposition im Stadtrat, und Arbeitnehmervertreter hatten eine Sondersitzung des Kontrollgremiums beantragt. Tagesordnungspunkt: Wiederbestellung von van Gemmeren.

Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD), der mit FDP und Grünen regiert, hatte zuvor aber keine Anstalten gemacht, auf eine mögliche Vertragsverlängerung van Gemmerens einzugehen. Das mag auch daran liegen, dass der Risikoexperte als Verfechter einer rigiden Ausschüttungspolitik gilt – und somit fest an der Seite von Sparkassenchef Arnd Hallmann steht. Geisel hat mit den Vertretern von SPD, FPD und Grünen, aber ohne die Arbeitnehmervertreter im Verwaltungsrat keine Mehrheit. Bei der Abstimmung am Dienstag soll nun zumindest ein Arbeitnehmervertreter gegen die Vertragsverlängerung gestimmt haben.

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