Sparkasse
Strafzinsen jetzt auch in Leipzig

Die Sparkasse Leipzig verlangt von Geschäftskunden ab sofort ein „Verwahrentgelt“. Betroffen ist, wer mindestens 500.000 Euro auf dem Konto hat. Damit folgt die Sparkasse einem Trend.
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DüsseldorfAb dem Jahreswechsel verlangt die Sparkasse Leipzig Strafzinsen von Geschäftskunden. Ab einem Guthaben von 500.000 Euro wird für jeden weiteren Euro ein „Verwahrentgelt“ von jährlich 0,4 Prozent erhoben. Einen entsprechenden Bericht der „Leipziger Volkszeitung“ bestätigte eine Sprecherin der Sparkasse dem Handelsblatt. Für private Konten werde es eine solche Gebühr nicht geben.

Das Leipziger Geldhaus sieht sich zu dem Schritt durch die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank gedrängt. Die EZB verlangt von Banken für überschüssige Guthaben, die bei ihr auf den Konten liegen, ebenfalls 0,4 Prozent Einlagezins. Der Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbands, Wolfgang Zender, hatte im Spätsommer berichtet, das einzelne Häuser darüber nachdenken würden, den Strafzins an die Kunden weiterzugeben. Der Bayerische Sparkassenverband hatte im Frühjahr sogar durchrechnen lassen, ob sich das Horten von Bargeld für Sparkassen lohnen könnte, um den Strafzinsen der EZB zu entkommen.

Auch andere Institute wie die Commerzbank haben bereits für größere Summen begonnen, Strafzinsen zu verlangen. Bei einzelnen Institute wie der Volksbank Stendal trifft das Entgelt auch Tagesgeld-Konten mit mehr als 100.000 Euro Guthaben. Das Problem: Die Institute erwirtschaften mit ihren eigenen Anlagen weniger Erlöse, seit die Zinsen für langfristige Anlagen deutlich zurückgegangen sind. Eine zehnjährige Bundesanleihe wirft für denjenigen 0,3 Prozent Zinsen jährlich ab, der sie jetzt kauft. Doch noch im Sommer war der Zins für Käufer deutlich negativ.

In Leipzig ist von den Strafzinsen unter anderem der Landkreis betroffen, wie die „Leipziger Volkszeitung“ weiter berichtet. Der Landkreis Leipzig habe „relativ hohe Kontobestände“ bei dem Institut, so Landrat Henry Graichen (CDU) zu dem Blatt. Das sei dem Umstand geschuldet, dass „wir natürlich für vielfältigste Aufgaben den Zahlungsverkehr abwickeln müssen.“ Insgesamt sind laut dem Geldhaus „wenige Hundert gewerbliche Kunden“ betroffen.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

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