Sparkassen-Fondsdienstleister: Dekabank in schweren Turbulenzen

Sparkassen-Fondsdienstleister
Dekabank in schweren Turbulenzen

Überraschend hat die Dekabank gestern ihren Chef Franz Waas vor die Tür gesetzt. Heute hat der Fondsdienstleister der Sparkassen schwache Zahlen für 2011 vorgelegt. Einen Ausblick für dieses Jahr wagt er nicht.
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Frankfurt, BerlinDie Euro-Schuldenkrise und ein schwaches Fondsgeschäft haben der Dekabank 2011 das Ergebnis verhagelt. Das wirtschaftliche Ergebnis brach im Vergleich zum von Sondereffekten geprägten Rekordjahr 2010 um fast 60 Prozent auf 383 Millionen Euro ein, wie der Sparkassen-Fondsdienstleister am Dienstag mitteilte. Damit verfehlte das Institut nicht nur seine eigene Prognose von rund 400 Millionen bis 500 Millionen Euro, sondern lieferte auch das zweitschlechteste Ergebnis seit 2006, als HSH-Nordbank-Manager Franz Waas das Ruder übernahm, der am Montag überraschend vor die Tür gesetzt worden war.

Wegen der Marktturbulenzen fielen auf viele Wertpapiere Wertberichtigungen an, zudem war die Kreditrisikovorsorge höher als erwartet. Die Deka sprach insgesamt von einem „zufriedenstellenden“ Ergebnis.

Der Start ins neue Jahr sei gut verlaufen. Wegen der schwierigen Rahmenbedingungen sei eine seriöse Ergebnisprognose für 2012 aber nicht möglich, der Grundstein für „moderates Wachstum“ sei jedoch gelegt. Der kommissarische Vorstandschef Oliver Behrens sagte bei der Bilanzvorlage zur Abberufung von Waas: „Es geht darum, die Bank, die gut aufgestellt ist, am Laufen zu halten, Mitarbeiter und Kunden nicht zu verunsichern.“

Auch die Verunsicherung der Privatkunden ist es aber, die dem erfolgsverwöhnten Haus zu schaffen macht. In der Schuldenkrise haben sie keine Lust mehr auf Investmentfonds und bevorzugen sicherere Anlagen wie Fest- oder Tagesgeld. Die Deka hat zwar eine Vertriebsoffensive gestartet. Doch die schlägt bislang nicht durch. 2011 summierten sich die Nettomittelabflüsse im Asset Management auf insgesamt fast sechs Milliarden (2010: Nettozuflüsse von 908 Millionen) Euro. An der Zurückhaltung vieler Verbraucher hat sich nach Angaben des Vorstandes auch im neuen Jahr bislang wenig geändert. Nur die offenen Immobilienfonds laufen recht gut.

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  • Da kann ich ja nur lachen. Sie haben wohl noch nie gesehen wie
    die Fondsgeschäfte in einer Bank gehandelt und abgewickelt
    werden. Schön wärs wenn alle Erträge dem Investor zustehen
    würde. Schauen sie sich doch bitte einmal das Kleingedruckte
    in den Fondsbeschreibungen an.

  • Die Frage für die Sparkasse ist doch, wann müssen Sieauf ihre oder die ganze Beteiligung an der Deka-Bank, die ihnen jetzt zu 100% gehört abschreiben. Erst WestLB AG,dann Landesbank Berlin und jetzt Deka-Bank.Wo nehmen die Sparkassen nur das viele Geld her??

  • Sie schmeißen ja jetzt alles in einen Topf. Ich rede von der DekaBANK, die Gegenstand des Artikels ist. Ist auch falsch diese unter Fondsgesellschaft zu subsummieren, hier wird Bankgeschäft (Immobilien, Kreditgeschäft, Kapitalmarktgeschäft) betrieben. Eigentümer der Bank sind die Sparkassen, denen wie jedem Anteileigner eine Gewinnausschüttung zusteht (man ist ja nicht zum Spaß dabei). Zur Dekabank gehört die Tochter DekaInvest, die Kapitalanlagegesellschaft der Sondervermögen/Fonds ist. Wie der Name sagt sind Sondervermögen unabhängig von der Bank und Anteilseignern, Erträge aus den Fonds stehen den Investoren zu.

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