Sparkassen-Fondsgesellschaft: Wie ein Ex-Credit-Suisse-Mann die Deka umbaut

Sparkassen-Fondsgesellschaft
Wie ein Ex-Credit-Suisse-Mann die Deka umbaut

Die Großbank der Sparkassen litt lange unter einem massiven Kundenschwund. Doch der ehemalige Credit-Suisse-Manager Rüdiger krempelt das öffentliche Institut um und stoppt die Flucht. Die gute Börsenlage hilft ihm.
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FrankfurtDie Dekabank hat trotz weiterer Rückschläge im Fondsgeschäft 2012 wieder mehr Gewinn gemacht. Das wirtschaftliche Ergebnis stieg auf 519,3 Millionen Euro, wie der Dienstleister der Sparkassen am Dienstag mitteilte. Im Vorjahr war diese Kernkennzahl, die Erträge minus Aufwendungen misst, auf 383,1 Millionen Euro eingebrochen.

Der seit November amtierende Dekabank-Chef Michael Rüdiger sprach von einem „soliden Ergebnis“ für 2012. Rückflüsse im Geschäft mit Investmentfonds seien weitgehend gestoppt. Mit 231 Millionen Euro waren die Nettomittelabflüsse deutlich geringer als im Vorjahr, als Anleger unter dem Strich 5,86 Milliarden Euro abzogen. „Für das gesamte Jahr 2013 streben wir ein Ergebnis an, das annähernd auf dem guten Niveau des vorangegangenen Jahres liegt“, sagte Deka-Vorstand Matthias Danne.

Die Deka profitiert davon, dass im vergangenen Jahr die Aktienmärkte anzogen. Das umfangreiche Kapitalmarktgeschäft konnte den sinkenden Provisionsüberschuss ausgleichen. Die Bank profitiert vor allem vom gestiegenen Marktwert von Fondsprodukten in der eigenen Bilanz, der hohen Nachfrage nach Immobilienfonds sowie dem auskömmlichen Kreditgeschäft. Zudem verdient die Deka gut daran, dass sie gegen Sicherheiten Liquidität an andere Banken verleiht.

Der zentrale Fondsanbieter der Sparkassen hatte wie kaum ein Konkurrent unter einem Kundenschwund gelitten. Viele Anleger hatten Fondsanteile zurückgegeben. Doch eine Trendwende zeichnet sich offenbar ab: In den ersten neun Monaten hatten Anleger noch 3,6 Milliarden Euro aus den Fonds abgezogen. Im vierten Quartal stand unter dem Strich ein Plus von 1,8 Milliarden Euro. Die positive Entwicklung habe sich auch im Januar und Februar fortgesetzt.

Zudem zehrte das Institut auch von der Vorarbeit des Übergangschefs Oliver Behrens. Der hatte nach der abrupten Trennung von Franz Waas im April 2012 vorübergehend den Vorsitz übernommen. Zwischen Waas und dem Institut waren Streitigkeiten über den Bonus ausgebrochen. Der damalige Sparkassen-Präsident Heinrich Haasis hatte offenbar in Abstimmung mit seinem designierten Nachfolger Georg Fahrenschon bei Waas die Reißleine gezogen.

Der neue Chef will das Institut weiter auf Vordermann bringen und noch enger an die Sparkassen binden. Die sind seit 2011 alleiniger Eigentümer des Instituts. „Auf dieser Basis investieren wir weiter in unser Geschäft, um die Bank vom Fondsdienstleister zum gemeinsamen Wertpapierhaus der Sparkassen zu entwickeln“, so Rüdiger. Das Haus solle sich vom Produktanbieter zum Dienstleister der öffentlichen Institute weiterentwickeln. Im Zuge dessen soll das Haus in vier Bereiche aufgeteilt werden.

Das Fonds- und Kapitalmarktgeschäfts der Landesbank Berlin, die ebenfalls den Sparkassen gehört, soll im Sommer an die Deka angedockt werden. Zudem will Rüdiger das Angebot der Deka ausbauen - vor allem für institutionelle Kunden - und macht den Landesbanken damit immer mehr Konkurrenz.

Rüdiger möchte verstärkt Tätigkeiten auslagern, wie er bereits Ende vergangenen Jahres angekündigt hatte. Eine Kooperation mit Allianz Global Investors, mit der die Deka seit knapp vier Jahren ein Gemeinschaftsunternehmen für die Fondsbuchhaltung betreibt, zeige, dass solche Allianzen Sinn machen können.

Mit Material von dpa und Reuters

Sebastian Ertinger ist stellvertretender Redaktionsleiter der Handelsblatt Live App.
Sebastian Ertinger
Handelsblatt Live / Stellvertretender Redaktionsleiter

Kommentare zu " Sparkassen-Fondsgesellschaft: Wie ein Ex-Credit-Suisse-Mann die Deka umbaut"

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  • @karstenberwanger

    genau so ist es, der CS laufen doch die Kunden in Scharen davon.
    (In der Presse wird jetzt verbreitet die CS würde sie rauswerfen, - ist wohl sowas wie vorbeugende Propaganda)

  • Kann Herrn Rüdiger nur viel Erfolg wünschen, damit in Zukunft die Fonds der Deka eine bessere Performance als bisher bringen! Hoffentlich gibt er seinen verantwortlichen Fondsmanagern entsprechende Ziele!

  • Einer von der CS? LOL dann viel Spass...da wird bald gar nichts mehr gehen dann.

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