Sparkassen-Gehälter

Auf dem Weg zur Million

Die Gehälter von Sparkassen-Chefs steigen weiter schneller als die der Angestellten. Die Bezüge klettern auch bei schrumpfendem Geschäft – und vor allem die hohen Pensionen stehen in der Kritik.
14 Kommentare
Die Top-Verdiener der NRW-Sparkassen
Platz 10 – Volker Goldmann
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Der Vorstandschef der Sparkasse Bochum, Volker Goldmann (l.), hat im Jahr 2014 eine Vergütung in Höhe von 538.000 Euro erhalten – ein Plus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die Sparkassen in Nordrhein-Westfalen sind die einzigen, die bislang die einzelnen Gehälter der Vorstände offenlegen müssen. Ab dem kommenden Jahr müssen auch die Institute in Schleswig-Holstein transparenter werden.

(Hier gibt es alle Daten als Excel-Datei zum Download.)

Platz 9 – Manfred Herpolsheimer
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Bei der Sparkasse Leverkusen verzeichnete Vorstandschef Manfred Herpolsheimer einen leichten Gehaltsrückgang im Jahr 2014 um 0,5 Prozent auf 538.000 Euro – und das bei einer Bilanzsumme seiner Bank von gerade einmal 3,1 Milliarden Euro und lediglich etwa 600 Mitarbeitern.

Platz 8 – Uwe Samulewicz
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Einen Gehaltsrückgang um 0,2 Prozent verzeichnet der Chef der Sparkasse Dortmund, Uwe Samulewicz (rechts). Mit einem Verdienst von 558.000 Euro belegt er Rang acht. Die Bilanzsumme des Instituts: 8,3 Milliarden Euro.

Platz 7 – Gunther Wölfges
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Der Chef der Sparkasse Wuppertal wird seine Bezüge erst im kommenden Jahr für 2015 veröffentlichen. Nach Handelsblatt-Schätzungen dürfte er 2014 etwa 600.000 Euro verdient haben. Die Bilanzsumme seines Instituts: 6,9 Milliarden Euro.

Platz 6 – Hans Martz
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600.700 Euro verdiente Hans Martz im Jahr 2014 als Vorstandschef der Sparkasse Essen. Das entspricht einem Zuwachs von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit etwas weniger als der Durchschnitt (plus 4,1 Prozent). Die Bilanzsumme betrug acht Milliarden Euro.

Platz 5 – Hubert Herpers
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Der Chef der Sparkasse Aachen, Hubert Herpers, hat im Jahr 2014 ein deutliches Gehaltsplus von 7,1 Prozent auf 634.000 Euro verbucht. Damit liegt er auf dem fünften Rang der NRW-Sparkassen.

Platz 4 – Markus Schabel
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Auch in ländlichen Regionen gibt es Sparkassen mit beachtlicher Größe, die Sparkasse Münsterland Ost gehört mit einer Bilanzsumme von 8,6 Milliarden Euro dazu. Vorstandschef Markus Schnabel hat 2014 ein Plus von drei Prozent beim Gehalt auf 648.000 Euro verzeichnet.

Frankfurt/DüsseldorfBei der Sparkasse Attendorn-Lennestadt-Kirchhundern geht es sanft abwärts. Die Bilanzsumme schrumpft jährlich um durchschnittlich zwei Prozent, die Zahl der Mitarbeiter geht ebenfalls zurück – auf zuletzt 215. Doch beim Gehalt des Chefs langt die Sparkasse immer tiefer in die Tasche. In den vergangenen vier Jahren ist die Vergütung für den Vorstandsvorsitzenden durchschnittlich um 6,6 Prozent gestiegen – auf 298.600 Euro.

Das sauerländische Institut ist damit Spitzenreiter bei der jährlichen Steigerungsrate unter den Sparkassen Nordrhein-Westfalens (NRW). Bereits seit 2011 müssen die Institute die Gehälter ihrer Vorstände veröffentlichen. Zwar betrifft diese Pflicht bislang nur NRW. Doch immerhin sitzen hier ein Viertel aller 413 Sparkassen.

Ein Ergebnis für 2014: Die Gehälter der Sparkassenchefs stiegen im Schnitt stärker als die Tarifgehälter der Angestellten. Die Auswertung des Handelsblatts zeigt, dass die durchschnittliche Vergütung der Chefs um 4,1 Prozent gewachsen ist, während die Tariferhöhung im öffentlichen Dienst bei drei Prozent lag. Das Durchschnittssalär der Topmanager betrug 352 .000 Euro. Die Betrachtung für das Jahr 2014 ist erst jetzt möglich, weil manche Institute ihre Abschlüsse spät im Jahr veröffentlichen. (Hier gibt es alle Daten als Excel-Datei zum Download.)

Mittlerweile legen 102 von 105 Sparkassen offen, wie viel ihre Vorstände verdienen. Zwei weitere Sparkassen haben das für die Zukunft angekündigt. Nur einen Vollverweigerer gibt es: die Sparkasse Fröndenberg. Laut Gesetz muss der Träger der Sparkasse, in den meisten Fällen die Kommune, darauf „hinwirken“, dass die Gehälter offengelegt werden. Zähneknirschend kommen die Institute dem nach, nachdem viele es zunächst ignoriert hatten. Doch ein Problem bleibt: Die Träger haben kein Sanktionsrecht. Sie können Verweigerer nicht bestrafen.

Der größte Gehaltssprung binnen Jahresfrist schlägt bei Uwe Willner zu Buche, dem Chef der Sparkasse Düren. Dafür gibt es einen guten Grund: 2014 verdiente er 388.900 Euro – ein Plus von 18,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Willner war im Herbst 2013 vom Vorstandsmitglied auf den Posten des Chefs befördert worden. Entsprechend mehr verdiente er dann im Gesamtjahr 2014.

Spitzenverdiener verdient fast acht Prozent mehr als 2013
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14 Kommentare zu "Sparkassen-Gehälter: Auf dem Weg zur Million"

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  • Dazu kann man eigentlich nichts sagen. Und Sie haben bei der Einschätzung der Kommentare hier sicherlich recht: es ist eine reine Neiddebatte. Ich wage die Prognose, dass die meisten Moralapostel die hier posten sich nicht anders verhalten würden, wie die Manager die sie an den Pranger stellen, wenn sie nur könnten. Und da wir dabei gerade sind, die Kommentarspalten im HB haben sich zu einem Meckerklub alter frustriertes Menschen gewandelt, in dem über alles auf einem sehr niedrigen geistigen Niveau geschimpft wird.

  • Tja, was sagt man denn dazu?

    Zuerst einmal Glückwunsch an den, der es schafft, in die Position zu kommen. Zu vermuten, dass das allein mit Vetternwirtschaft zu erreichen ist, ist realitätsfern. Jeder kann gerne einmal in Stellenausschreibungen und Wunschprofile von Headhuntern reinschauen, das ist schon was anderes als auf der Geisterbahn zu Karten abzureißen.
    Was hilft es mir und meinem Bankkonto, ob der Nachbar von nebenan gerade mehr oder weniger verdient als ich. Damit kann ich nicht eine einzige Rechnung mehr bezahlen. Klar, ich würde auch vor Lachen nicht in den Schlaf finden bei dem Gedanken, jeden Monat gut 83.000 EUR brutto abzurechnen. Bei den ganzen missgünstigen Kommentaren erscheint mir das ohnehin noch zu wenig, da könnte das Schmerzensgeld ruhig noch höher sein.

  • http://m.welt.de/finanzen/article149068082/Das-riskante-Billionen-Spiel-des-Mario-Draghi.html
    Und daher hat man sich auch letzte Woche noch einmal Daxkurse unter 10500
    außerhalb der regulierten Börse "programmiert" gehabt.

  • Diese Diskussionen sind reine Nebenkriegsschauplätze
    Die Flüchtlingskrise ist außer Kontrolle, lesen sie mal wieviele
    am WE wieder Schutz gesucht haben und mittlerweile durch den
    Schnee stampfen müssen. Eine einzige humanitäre Katastrophe und
    den reichsten Menschen geht es weiter um Profit.
    Logisch lässt sich an den Börsen weiterhin das Geld weiter vermehren
    aber nur deshalb weil Herr Draghi eine Billionenspiel betreibt
    ansonsten schaut es nämlich verdammt schlecht aus. Der Terror in Europa
    und die Krise würde keine Rallye zulassen, aber solange die EZB zahlt
    holt man sich was man mitnehmen kann.

  • Egal ob es sich um Sparkassen- oder Krankenkassen-Vorstände handelt; es wird in die noch vollen Kassen gegriffen bis nichts mehr geht.

    Der Krug geht solange zum Brunnen bis er bricht.

    Das Ganze ist wirklich zum Koxxen.

    Eine Selbstbereicherung ohne Gleichen zum Schaden und zu Lasten des Volkes.

    Diese Vorständler verstehen ihren Job nicht mehr im Dienste des Bürgers zu stehen, sondern betrachten ihn als Karriere- und Vermögenszuwachs-Turbo ...

    ... und das ist völlig inakzeptabel !!!

  • Die Vorstände haben es doch verdient, denn es wurde nur gemacht was der Eigner wollte (Kostensenkung) und verlangte. 100000 Angestelten 100.- EUR weniger bezahlt, und keine Sparkasse geschlossen, was will man als Eigner (es sind die Bundesländer) mehr.
    Gleichmacherei ist nicht BMW für alle sondern nur ein Handwagen oder Fahrrad.

  • Vollste Zustimmung!
    Im öffentlichen Dienst herrscht Vetternwirtschaft. Ekelig.

  • Sparkassen sind seit jeher Sammelbecken für gestrandete, abgeschobene Politiker.
    Unausgebildete Führungskräfte mit exorbitanten Gehältern an der Spitze. Zudem geniessen die Sparkassen etliche Privilegien gegenüber den Banken.

    Wer die Sparkassen unterstützt, unterstützt Ungerechtigkeit.

  • Ps: Wenn jemand Lust hat so einen m.E. schxxx Job zu machen, kann er/sie sich ja drauf bewerben.

  • Ps: Wenn jemand Lust so einen m.E. schxxx Job zu machen, kann er/sie sich ja drauf bewerben.

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