Sparkassen-Gehälter
Auf dem Weg zur Million

Die Gehälter von Sparkassen-Chefs steigen weiter schneller als die der Angestellten. Die Bezüge klettern auch bei schrumpfendem Geschäft – und vor allem die hohen Pensionen stehen in der Kritik.
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Frankfurt/DüsseldorfBei der Sparkasse Attendorn-Lennestadt-Kirchhundern geht es sanft abwärts. Die Bilanzsumme schrumpft jährlich um durchschnittlich zwei Prozent, die Zahl der Mitarbeiter geht ebenfalls zurück – auf zuletzt 215. Doch beim Gehalt des Chefs langt die Sparkasse immer tiefer in die Tasche. In den vergangenen vier Jahren ist die Vergütung für den Vorstandsvorsitzenden durchschnittlich um 6,6 Prozent gestiegen – auf 298.600 Euro.

Das sauerländische Institut ist damit Spitzenreiter bei der jährlichen Steigerungsrate unter den Sparkassen Nordrhein-Westfalens (NRW). Bereits seit 2011 müssen die Institute die Gehälter ihrer Vorstände veröffentlichen. Zwar betrifft diese Pflicht bislang nur NRW. Doch immerhin sitzen hier ein Viertel aller 413 Sparkassen.

Ein Ergebnis für 2014: Die Gehälter der Sparkassenchefs stiegen im Schnitt stärker als die Tarifgehälter der Angestellten. Die Auswertung des Handelsblatts zeigt, dass die durchschnittliche Vergütung der Chefs um 4,1 Prozent gewachsen ist, während die Tariferhöhung im öffentlichen Dienst bei drei Prozent lag. Das Durchschnittssalär der Topmanager betrug 352 .000 Euro. Die Betrachtung für das Jahr 2014 ist erst jetzt möglich, weil manche Institute ihre Abschlüsse spät im Jahr veröffentlichen. (Hier gibt es alle Daten als Excel-Datei zum Download.)

Mittlerweile legen 102 von 105 Sparkassen offen, wie viel ihre Vorstände verdienen. Zwei weitere Sparkassen haben das für die Zukunft angekündigt. Nur einen Vollverweigerer gibt es: die Sparkasse Fröndenberg. Laut Gesetz muss der Träger der Sparkasse, in den meisten Fällen die Kommune, darauf „hinwirken“, dass die Gehälter offengelegt werden. Zähneknirschend kommen die Institute dem nach, nachdem viele es zunächst ignoriert hatten. Doch ein Problem bleibt: Die Träger haben kein Sanktionsrecht. Sie können Verweigerer nicht bestrafen.

Der größte Gehaltssprung binnen Jahresfrist schlägt bei Uwe Willner zu Buche, dem Chef der Sparkasse Düren. Dafür gibt es einen guten Grund: 2014 verdiente er 388.900 Euro – ein Plus von 18,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Willner war im Herbst 2013 vom Vorstandsmitglied auf den Posten des Chefs befördert worden. Entsprechend mehr verdiente er dann im Gesamtjahr 2014.

Kommentare zu " Sparkassen-Gehälter: Auf dem Weg zur Million"

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  • Dazu kann man eigentlich nichts sagen. Und Sie haben bei der Einschätzung der Kommentare hier sicherlich recht: es ist eine reine Neiddebatte. Ich wage die Prognose, dass die meisten Moralapostel die hier posten sich nicht anders verhalten würden, wie die Manager die sie an den Pranger stellen, wenn sie nur könnten. Und da wir dabei gerade sind, die Kommentarspalten im HB haben sich zu einem Meckerklub alter frustriertes Menschen gewandelt, in dem über alles auf einem sehr niedrigen geistigen Niveau geschimpft wird.

  • Tja, was sagt man denn dazu?

    Zuerst einmal Glückwunsch an den, der es schafft, in die Position zu kommen. Zu vermuten, dass das allein mit Vetternwirtschaft zu erreichen ist, ist realitätsfern. Jeder kann gerne einmal in Stellenausschreibungen und Wunschprofile von Headhuntern reinschauen, das ist schon was anderes als auf der Geisterbahn zu Karten abzureißen.
    Was hilft es mir und meinem Bankkonto, ob der Nachbar von nebenan gerade mehr oder weniger verdient als ich. Damit kann ich nicht eine einzige Rechnung mehr bezahlen. Klar, ich würde auch vor Lachen nicht in den Schlaf finden bei dem Gedanken, jeden Monat gut 83.000 EUR brutto abzurechnen. Bei den ganzen missgünstigen Kommentaren erscheint mir das ohnehin noch zu wenig, da könnte das Schmerzensgeld ruhig noch höher sein.

  • http://m.welt.de/finanzen/article149068082/Das-riskante-Billionen-Spiel-des-Mario-Draghi.html
    Und daher hat man sich auch letzte Woche noch einmal Daxkurse unter 10500
    außerhalb der regulierten Börse "programmiert" gehabt.

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