Sparkassen-Jahrestagung
„Eine desaströse Bilanz der EZB“

Der Sparkassenpräsident sorgt sich um die Stabilität des Finanzsystems. Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank mache das System unsicherer – und nicht solider.

BerlinAngesichts der Unsicherheit an den Finanzmärkten greift Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon die Europäische Zentralbank (EZB) an. „Wir haben mehr Geld, weniger Wachstum und die Risiken steigen: Das ist eine desaströse Bilanz der EZB“, sagte er auf der 14. Handelsblatt Jahrestagung „Zukunftsstrategien für Sparkassen und Landesbanken“.

„In Wahrheit werden im Euro-Raum nicht mehr lebensfähige Banken durch Liquiditätszufuhr künstlich am Leben gehalten“, kritisierte er. Die indirekte Staatsfinanzierung in vielen Euro-Ländern verstärke die gegenseitige Abhängigkeit von Banken und Staaten. Damit spielt der Sparkassenpräsident darauf an, dass die EZB in großem Stil Staatsanleihen, die zunächst Banken halten, aufkauft. Diese Praxis betrifft vor allem südeuropäische Länder.

Auch Jens Spahn (CDU), parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, sieht die EZB-Politik kritisch. „Billiges Geld allein führt nicht zu mehr Wachstum“, sagte er. Es brauche auch Strukturreformen – die Deutschland in vielen Fällen bereits umgesetzt habe.

Fahrenschon, der an der Spitze des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes die 409 deutschen Sparkassen vertritt, erkennt Gefahren für die Stabilität des Finanzsystems: Seit der Finanzkrise seien einzelne Kreditinstitute stabiler geworden, „das Finanzsystem insgesamt nicht“. „Es gibt Anlass zur Sorge um die Stabilität.“

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Sorge nicht nur an der Deutschen Bank festmachen

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