Sparkassen sparen
Eigene Geldkarten-Produktion wird eingestellt

Die Sparkassen sparen am Plastik: Wegen hoher Kosten stoppen die kommunalen Geldhäuser die interne Produktion von EC-Karten. 80 Mitarbeiter müssen sich nun eine neue Stelle suchen. Kunden sollen nicht betroffen sein.
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München/StuttgartAb dem 1. Juli wird die Produktion der Sparkassen-Geldkarten in der Fabrik in Gmund am Tegernsee eingestellt, wie der Deutsche Sparkassenverlag (DSV) in Stuttgart erklärte. Die 80 Mitarbeiter stellten dort in einem Gemeinschaftsunternehmen mit dem Münchner Konzern Giesecke & Devrient jährlich zwischen 10 und 15 Millionen Karten her. Die Belegschaft steht vor einer ungewissen Zukunft. Für Bankkunden dürfte sich hingegen nichts ändern: Die Sparkassen kaufen ihre Karten künftig bei mehreren Zulieferern, hieß es.

Das Gemeinschaftsunternehmen Electronic Payment Cards schreibt rote Zahlen. Um die drohende Insolvenz abzuwenden, übernimmt Giesecke & Devrient den bisherigen 51-Prozent-Anteil des Sparkassenverlags „und führt eine sozialverträgliche Schließung des Geschäftsbetriebs“ durch, wie der Konzern mitteilte. Seit April gibt es einen Sozialplan. Mitarbeiter, die noch keine neue Stelle gefunden haben, können am 1. Juli in eine Transfergesellschaft wechseln.

Die Sparkassen sähen sich wegen tiefer Zinsen und des Wettbewerbs in der Bankbranche „gezwungen, bessere Einkaufspreise zu erzielen“, heißt es in der Stellungnahme des DSV. Banken leiden allgemein unter den Niedrigzinsen, da diese ihre Zinserträge belasten.

Die „SparkassenCard“ und andere Karten der kommunalen Geldhäuser zählen in Deutschland zu den gängigsten Zahlungsmitteln – insgesamt sind laut Sparkassenverlag etwa 50 Millionen Stück im Umlauf.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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