Sparkassen und Zinsen: „Die Zeit von kostenlosen Girokonten ist vorbei“

Sparkassen und Zinsen
„Die Zeit von kostenlosen Girokonten ist vorbei“

Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon bereitet Mitarbeiter und Kunden auf eine neue Sparrunde vor. Der anhaltende Kostendruck zwinge die Institute, weitere Stellen abzubauen – und neue Gebühren zu verlangen.
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Die deutschen Sparkassen stemmen sich gegen die Minizinsen. 2015 verdienten sie nach Steuern zwei Milliarden Euro – so viel wie im Vorjahr. „Das abgelaufene Jahr war ein gutes Jahr“, sagte Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon. Die Kreditinstitute haben mehr Einlagen von den Kunden eingesammelt, aber auch mehr Kredite vergeben – an Unternehmen und für den privaten Wohnungsbau so viel wie noch nie. „Wir haben zwei Rekordmarken erreicht.“

Doch so wird es nicht weitergehen. Es sei angesichts der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank klar, „dass sich diese gutes Ergebnis nicht wiederholen wird“, sagte Fahrenschon. Die EZB-Zinspolitik werde die 409 Sparkassen unternehmerisch in höchstem Maße fordern. Doch Fahrenschon zeigte sich kämpferisch: „Wir glauben, dass wir mit der Situation werden umgehen können, weil wir dieser Situation aus einer Position der Stärke begegnen.“ Man sehe den schwierigen Jahren mit einem gesunden Selbstbewusstsein entgegen.

Angesichts der Niedrigzinsen sank der Zinsüberschuss leicht auf 23 Milliarden Euro. Zugleich stieg der Provisionsüberschuss, den Sparkassen zum Beispiel durch den Verkauf von Investmentfonds erzielen. Die mageren Renditen lasten auch auf den eigenen Anlagen der Kreditinstitute. Im so genannten Depot-A-Geschäft mussten sie 500 Millionen Euro abschreiben. „Da geht es uns nicht anders als den Sparern auch“, so Fahrenschon.

Aus Sicht den Sparkassenpräsidenten ist nun „entschlossenes Handeln“ gefragt. Dabei geht es unter anderem um Einsparungen. „Wir werden Kosten begrenzen.“ Fahrenschon erwartet, dass die Sparkassen weiterhin viele frei werdende Stellen nicht besetzen. Im Jahr 2015 war das bei mehr als 6.400 Jobs der Fall. Zuletzt hatten die Institute rund 234.000 Mitarbeiter. Beim notwendigen Personalabbau werde man die natürliche Fluktuation nutzen, und ihn sozialverträglich gestalten.

Angesichts der Niedrigzinsen müssen Sparkassen laut Fahrenschon zudem darüber nachdenken, Gebühren für Bankdienstleistungen zu verlangen, die bisher umsonst sind. „Die Zeit von kostenlosen Girokonten ist vorbei. Alle Marktteilnehmer müssen angesichts der falschen Zinspolitik neue Ertragsquellen erschließen.“ Kostenlose Girokonten bieten allerdings die meisten Sparkassen auch aktuell nur für bestimmte Kundengruppen wie Schüler und Studenten.

Von Negativzinsen für Sparer wollen die Sparkassen aber absehen. „Das wollen wir sicherstellen“, verspricht Fahrenschon. Die EZB verlangt einen Strafzins von 0,4 Prozent, wenn Banken bei ihr über Nacht Geld parken. Viele vor allem größere Banken verlangen wiederum einen Strafzins von Unternehmen, wenn diese kurzfristig hohe Summen parken. Fahrenschon griff die EZB scharf an. Deren Geldpolitik bezeichnete er als falsch, gefährlich und nutzlos.

Fahrenschon betonte die „besondere Verantwortung“ der Sparkassen. „Dieses Vertrauen zu erhalten, ist unsere wichtigste Aufgabe.“ Er verwies auch auf die hohe Zahl der Konten für Flüchtlinge, die Sparkassen eröffnet haben. Nach einer aktuellen Abfrage sind es nun sogar 250.000 Flüchtlingskonten.

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  • Draghi zerstört Europa mit Geldpolitik nur für die Banken!!

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